Mit Komplimenten ist das so eine Sache. Natürlich können sie Nähe herstellen, Zuneigung ausdrücken und den Weg hin zu Vertrautheit und Liebe ein wenig beschleunigen. Aber genauso wirkungsvoll wie sie sind, genauso gefährlich können sie auch sein. Denn Fettnäpfchen lauern überall.
Und kein Fettnäpfchen ist größer, als ein ausgeleierter Spruch à la: „Hat es weh getan, als du vom Himmel gefallen bist?" Und nein, dies ist kein Scherz. Sprüche wie dieser ziehen noch heute ihre Kreise im deutschen Nachtleben. Allerdings ist das auch immer eine Frage der Location.

Wie also sieht ein gutes Kompliment aus? Eines, das nicht zwischen Whisky und Korn an der Bar ausgeworfen wird wie ein glitschiger Fischköder?

Eine ganz wichtige Regel vorweg: Bleiben Sie individuell! Mit auswendig gelernten Sprüchen oder „Tipps" von Freunden, was bei ihm oder ihr ziehen könnte liegen Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit daneben. Es ist die Authentizität, die das Kompliment so schmeichelhaft macht.

Was?
Über den Inhalt von Komplimenten lassen sich wohl ganze Nächte an heißen Diskussionen verbringen. Die einen sagen, dass Frauen auf Komplimente zu ihrem Äußeren eigentlich nur warten, die anderen, dass Männer mit Komplimenten nicht umgehen können und sich veräppelt fühlen. Wie man es macht, kann es also falsch sein. Komplimente zum Äußeren können allerdings in der Tat heikel sein. Werden sie bereits nach kurzer Kennenlernzeit geäußert, wirken sie schnell obszön und können falsch verstanden werden. Sehr ungefährlich ist dagegen eine positive Bemerkung zu Wesen und Art des Gegenübers.

Wie?
Gefällt Ihnen Ihr Gesprächspartner ausnehmend gut, zittern Ihnen wahrscheinlich eh' schon die Knie. Jetzt noch an Stilsicherheit denken? Ja, gerade jetzt! Immerhin zeigen Ihnen Ihre Knie, was auf dem Spiel steht. Und eigentlich ist es ganz einfach: Meinen Sie, was Sie sagen, dann ist Ihr Kompliment in jedem Fall ein Volltreffer! Denn Komplimente sollten nicht nur individuell und thematisch korrekt sein, sie sollten auch ehrlich sein und authentisch rüberkommen. Und am Besten spontan. Das Gute: Auch ein Blick oder eine Geste kann ein Kompliment sein.

Wo?
Auch dieser Punkt ist nicht ganz unerheblich. Denn es gibt durchaus Situationen, in denen Komplimente unangebracht sind. Das können zum Beispiel Momente sein, in denen Sie nicht ganz unter sich oder die Augen aller auf Sie gerichtet sind. Öffentlichkeit ist selten ein guter Begleiter von Schmeicheleien. Sie kann Ihren Gesprächspartner in Verlegenheit bringen - und das verzeiht so schnell niemand.

Auch die richtigen Komplimente in der falschen Situation sind fatal - selbst, wenn man sich bereits näher kennt: So haben zum Beispiel intime Komplimente nichts beim Essen im Restaurant verloren.

Warum?
Dies ist vielleicht die wichtigste aller Fragen. Denn solange Sie wissen, warum Sie etwas tun, können Sie auch stets dahinter stehen. Komplimente sollten nicht als Ticket in eine Bettgeschichte gesehen werden - dieser Plan wird schnell durchschaut. Neben dem Wohlsein, das fast jeder empfindet, dem geschmeichelt wird, sind Sie bei der Partnersuche vor allem eins: Ein Barometer, das anzeigt, wie es um das Interesse des Partners bestellt ist. Nutzen Sie es also mit Bedacht.

Denn zu guter Letzt sei gesagt: Ein Kompliment ist dann gut, wenn es selten ist. Denn wie bei einer Währung verliert es an Wert, wenn zu viele davon in Umlauf sind.

Von Lea-Patricia Kurz