Alleinerziehend zu sein bedeutet nicht einfach nur, allein zu erziehen. Es bedeutet vor allem, so gut wie keine Zeit für sich selbst zu haben. Es beginnt morgens mit dem Aufstehen und endet damit, die Kinder nach einem harten Arbeitstag ins Bett zu bringen und sich erschöpft noch den letzten Stunden des Abends zu widmen, ehe man selbst todmüde ins Bett fällt. Oft sind es diese raren Augenblicke, in denen die Stille im Haus einem klar macht: Trotz Kinder gibt es im Herzen einen Platz, der sehr einsam und verwaist ist. Denn als alleinerziehender Single hat man für die Partnersuche häufig weder Zeit noch Gelegenheit - oder ist für potentielle Partner eher unattraktiv.

Denn vielen Kinderlosen sind sie unheimlich: Singles, die bereits Kinder haben. Schließlich ist es ungewiss, ob sich das Zusammensein mit der neuen Partnerin oder dem neuen Partner zwanglos gestalten lässt oder ob zum Beispiel ebenso noch Platz für eigene, gemeinsame Kinder ist. Auch bleibt immer die Frage, ob der Weg zum Herzen des potentiellen Partners nicht nur über das "OK" der Kinder führt - und das ist ein Unsicherheitsfaktor, den viele Menschen scheuen. Für viele Alleinerziehende ist dies neben der Tatsache, kaum Zeit für die Suche selbst zu haben, ein Dauerproblem.

Nicht gerade wenige Singles konzentrieren sich daher auf die Partnersuche über das Internet. Diese Form der Kontaktsuche ist nicht nur zeitsparend in die freien Momente des Alltags einzubauen, sondern erspart vor allem eins: Den vielfältig interpretierbaren Gesichtsausdruck, der sich beim Gegenüber einstellt, in dem Moment, in dem man ihm "offenbart", dass man schon Kinder hat. Und ebenso die Tage der Ungewissheit nach dem ersten Date, ob er oder sie sich nun überhaupt noch einmal melden wird. In einem Online-Profil lässt sich so etwas von vornherein klarstellen.

Auf diese Weise haben sich schon einige Erfolgsgeschichten geschrieben. Denn Online-Partnersuche hat längst keinen anrüchigen Beigeschmack mehr, seriöse Kontaktbörsen, wie z. B. PARSHIP, haben eine beachtliche Erfolgsquote - auch für Alleinerziehende.

Auf diese Weise gefunden haben sich zum Beispiel Silvia und Andreas. Als Handwerker und Motorradfahrer sprach er die zweifache Mutter sofort an. Dass er selbst Vater einer Tochter war, machte ihn umso attraktiver. Seine liebevolle Art im Umgang mit ihren beiden Söhnen überzeugt sie auch heute noch jeden Tag aufs Neue von ihm als Mensch.

Auch für Annette und Karsten gab es so ein Happy End. Annette fand mit zwei Töchtern einfach nicht die Zeit, sich nach einem neuen Partner umzusehen. Es brauchte erst einige enttäuschende Dates, bis sie Karsten fand. Dass er ebenfalls Vater ist, war allerdings kein Zufall: Annette hatte gezielt nach einem Mann mit Kind gesucht.

Und dass ein Kind bei der Partnersuche nicht nur ein Hindernis, sondern sogar förderlich sein kann, zeigt das Beispiel von Christoph und Melanie. Dass sie zwei schulpflichtige Kinder hatte, verschreckte ihn nicht - im Gegenteil: Er hatte sich schon immer Kinder gewünscht und auch der Rest ihres Profils überzeugte ihn sofort. Kein Wunder, dass er sich mit ihren Kindern inzwischen - nach eineinhalb Jahren Beziehung - blendend versteht.

Aufgrund der Kinder abgelehnt zu werden, passiert Online-Singles sicher genauso oft, wie Menschen, die in ihrem Alltag oder beim Ausgehen nach der Liebe suchen. Mit dem feinen Unterschied, dass sie es nicht so unmittelbar mitbekommen. Denn weggeklickt zu werden schmerzt weniger, wenn man demjenigen noch nicht in die Augen geschaut hat.

Von Lea-Patricia Kurz