Einen Partner zu suchen ist eine Sache. Ihn dann kennenzulernen eine ganz andere. Und nicht selten stellt man am Ende eines langen Prozesses fest, dass es eben doch nicht so ganz passt. Da taucht zusätzlich zu all den liebenswerten Eigenschaften und den Hobbys, die ihn auszeichnen, die eine oder andere Marotte des Partners auf, mit der sich eben nicht leben lässt. Manchmal aber ist es auch nur der Unterschied zweier Menschen, die ihrem Glück im Weg steht.
Gut, wenn man da ein Auge fürs Detail entwickelt und mit großer Aufmerksamkeit bereits in der Kennenlernphase alle erdenklichen Hinweise nutzt, um die Geheimnisse des Gegenübers zu entschlüsseln. Anhand von Wohnung und Umfeld lässt sich dies besonders gut tun. Paradies oder Problemzone? Welche Fähigkeiten man dazu braucht? Ein bisschen Kreativität, analytisches Denkvermögen - und das gewisse Augenzwinkern.

Einrichtung
Ob spartanisch oder spanisch, ob elegant, schlicht oder barock - die Wahl der Möbel lässt zumindest einen ersten Schluss darüber zu, ob Sie geschmacklich auf einer Wellenlänge liegen oder nicht. Wenn Sie selbst möglichst einfache Linien und Konturen in der Einrichtung bevorzugen, kann jeder Schnörkel an Lehnen oder Griffen zu viel des Guten sein! Wenn sich Ihr Herzblatt im Detail verliert oder wild die verschiedensten Möbel-Stile kombiniert, kann sich Ihnen schnell ein Hans-guck-in-die-Luft offenbaren. Jemand mit dem Blick für das Feine, der aber auch schnell sein Ziel aus den Augen verliert - und den stets eine gewisse Aura der Unruhe umgibt.

Accessoires
Ein Mann mit "Hello Kitty"-Aufkleber am Spiegel, Plüschtieren im Bücherbord und einer exotischen Rosenzucht auf dem Balkon? Oder eine Frau mit einem voll ausgestatteten Werkraum im Keller und einem zahlungspflichtigen TV-Sportkanal und mehreren Sixpacks Bier im Kühlschrank? Wenn Sie Pech haben, sind Sie hier gerade auf die Relikte Ihres Vorgängers oder Ihrer Vorgängerin gestoßen, was soviel bedeutet wie: Finger weg! Dieser Mensch hat seine alte Liebe noch nicht überwunden. Mit etwas Glück haben Sie aber eines dieser seltenen Mensch-Exemplare gefunden, die aus Klischees ausbrechen und ganz eigenwillig eigenen Interessen folgen, kurz gesagt: Sehr interessante, ausgefallene Menschen, die meistens ein Großmaß an Toleranz und Empathie mitbringen.

Ordnung
"Nur der kleine Geist hält Ordnung - das Genie überblickt das Chaos." So sagt es die eine Seite. Die andere Seite hingegen befindet, dass Ordnung das halbe Leben sei. Beide Theorien haben etwas für sich, denn wer sich - gerade geistig - einer Sache vollkommen hingibt, hat meistens wenig Zeit und Kopf für Ordnung übrig. Manchmal ist es geradezu faszinierend, wie zielsicher diese Menschen sich in ihrem Chaos zurechtfinden. Dass Ordnung aber erst den Raum dafür schafft, sich hingebungsvoll einer Sache zu widmen und die wichtigen Dinge im Leben nicht aus den Augen zu verlieren, ist auch richtig. Es kommt eben immer auf den Typ an. Viel beschäftigte Managerin oder Schluffi?

Sauberkeit
Ein ganz heikles Thema, denn für Unsauberkeit gibt es eigentlich weder ein Argument, noch eine Ausrede. Wer so unglaublich viel arbeitet, dass er nicht zum Putzen kommt, wird sicher das Geld haben, sich eine Reinigungskraft zu leisten. Wenn er oder sie dann noch die Unverfrorenheit besitzt, die neue Liebe in eine ungeputzte Wohnung zu lassen, ist wohl mit großer Sicherheit ein Überzeugungstäter am Werk. Holzauge, sei wachsam!

Von Lea-Patricia Kurz