Dass das Single-Leben geprägt ist von Einsamkeit und Langeweile, ist ja bekannt. Ein Single kämpft eben ständig gegen Depressionen an und hat eigentlich nur eines im Sinn: Einen Partner zu finden. Was für ein tristes Leben, nicht wahr? Gut, dass dieses Klischee nur zur Teilen stimmt - denn die Medaille hat wie immer zwei Seiten. Und von der anderen Seite betrachtet kann ein Leben ohne Partner sogar ganz wunderbar sein. Schauen wir uns diese Vorteile einmal an:

Wohnen
Es beginnt bei einem ganz einfachen Grundbedürfnis des Menschen: Wohnen. Wie schön ist sie doch - die Vorfreude darauf, mit dem Partner zusammenzuziehen, sich ein Nest zu bauen und die Liebste oder den Liebsten tagaus, tagein um sich zu haben. Eine wunderbare Vorstellung … Bis es dann um die Wahl der Wohnung geht, die ersten Unterschiede im Geschmack der Möbel und der Wahl der Wandfarbe auftauchen und alles in einem einzigen Kompromiss endet. Davor sind Singles gefeit. Sie können in einem Penthouse wohnen oder in einem Schrebergarten, können aus Kartons leben oder in Designermöbeln und die Wand in rosa, rot oder schwarz streichen oder die Tapete von den Wänden reißen.
Aber auch im Alltag ist Freiheit pur angesagt: Niemand meckert über verstreute Socken, stört sich an der anhaltenden Unordnung oder sucht den Zahnpastadeckel. Die Wohnung eines Singles ist ein richtiger Rückzugsort, weil nach Feierabend die Tür ins Schloss fällt, mit ihr auch alle Ansprüche fallen gelassen werden können und Rücksicht ein Fremdwort ist: In der Wahl der Fernsehsender genauso, wie bei der Frage, wann das Licht ausgeschaltet oder womit der Kühlschrank gefüllt wird.

Leben
Weitere Vorteile des Single-Daseins eröffnen sich in der Freizeitgestaltung. Niemand hat so viele Freiheiten wie ein Single im Nachtleben. Er kann feiern so oft und so lange er will. Ein Single muss sich nach einer durchzechten Nacht nicht erst unter die Dusche stellen, um Rauchgeruch und Schweiß abzuwaschen, bevor er ins Bett kann. Niemand fragt, wo man gewesen ist oder warum man schon wieder feiern geht und auch lästige Kontroll-Anrufe und -SMS im Verlauf des Abends bleiben aus. Und ein weiterer, nicht zu verachtender Punkt ist: Ein Single kann nicht nur nach Hause kommen wann er will - er kann auch nach Hause kommen mit wem er will.
Auch den eigenen Hobbys kann bis zum Exzess nachgegangen werden. Ob nun Sport oder Modellbau, shoppen oder das Erlernen von Fremdsprachen - im Rahmen seiner zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten kann ein Single seinen Passionen nachgehen, so intensiv er will.

Sein
Kurz gesagt: Ein Single hat den größtmöglichen Raum, sich selbst und sein Potential zu entfalten. Denn eine Beziehung bringt natürlich ihre wunderbaren Seiten mit sich, fordert dafür aber auch Verzicht, Kompromisse und eine Menge an Energie-Ressourcen, die dann - wie gesehen - eben an anderer Stelle fehlen.
Und seien wir einmal ganz ehrlich: Ein Single ist doch allemal entspannter für eine Freundschaft, als ein liierter bester Freund oder eine beste Freundin in einer Partnerschaft. Niemand sonst wird spontan am Freitag einem Kurztrip nach Rom oder Wien zustimmen oder andere kurz entschlossene Entscheidungen mittragen.

Von Lea-Patricia Kurz