Liebe, Geborgenheit, gemeinsam einen Weg gehen - der Wunsch nach einer Partnerschaft ist bei den meisten sicherlich mit sehr persönlichen Assoziationen verbunden und geht wohl eher in Richtung Romantik als dass man an eine einsame Suche vor einem Bildschirm denkt. Dennoch bedienen sich immer mehr Menschen der Weite des Internets, wenn sie sich nach einem Partner umsehen. Der Spaß selbst kann es nicht sein, denn der stand dabei nur für rund jeden Zehnten der Befragten im Vordergrund. Vielmehr kostet die Suche nach der großen Liebe Zeit, die bei vielen deutschen Singles anscheinend knapp bemessen ist: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sonst nur wenig Gelegenheiten hätten, jemanden kennenzulernen.

Aber auch die Möglichkeit, die Partnersuche flexibel von Zuhause oder aus dem Büro zu gestalten, schätzten 42 Prozent der Teilnehmer der Umfrage. Die Tatsache, dass dank Smartphone und Laptop auch das Internet selbst immer mobiler und damit zu einem Begleiter in Beruf und Alltag wird, hat 22 Prozent der Befragten überzeugt: Sie halten die Online-Partnersuche für zeitgemäß und zeigen damit, dass Online-Partnersuche eben nicht einsam und aus dem Wohnzimmer heraus stattfinden muss. Sicher auch ein Grund dafür, dass sich diese Entwicklung bereits ihren festen Platz im allgemeinen Leben sichern konnte. Dies bestätigt auch Christiane Schnabel, Diplom-Soziologin und Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung bei PARSHIP: "In den letzten zehn Jahren hat sich die Partnersuche im Internet zu einem gesellschaftlich akzeptierten Ort des Kennenlernens entwickelt. Neben der zeitlichen Ungebundenheit hat die Online-Partnersuche den Vorteil, dass Partnersuchende sicher sein können, Gleichgesinnte zu treffen, mit denen sie derselbe Wunsch nach einer festen Partnerschaft verbindet. Dies bietet kein anderer Kennenlernort wie der Arbeitsplatz oder Bars und Clubs."

Dies erscheint nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass ein Kennenlernen in einem Club kaum den Raum gibt, um sich ungezwungen näher zu kommen und in Ruhe herauszufinden, ob man sich wirklich füreinander interessiert: So ein Abend ist begrenzt und am Ende steht zwangsläufig die Entscheidung an, ob man Telefonnummern austauscht oder nicht. Für über 40 Prozent der Singles ist dies ein entscheidender Vorteil, den Singlebörsen und Online-Partnervermittlungen mit sich bringen: Hier kann man es langsam angehen lassen und in Ruhe herausfinden, ob der Flirtpartner einem wirklich gefällt, bevor man sich persönlich verabredet.

Auch für schüchterne und introvertierte Menschen muss die Partnersuche jetzt kein Kraftakt an Selbstüberwindung mehr sein. Für 38 Prozent ist es ein ausschlaggebendes Argument, dass sie niemanden persönlich in einem Café oder auf der Straße ansprechen müssen, um Kontakte zu knüpfen. Der Erst-Kontakt über eine Internetplattform ermöglicht ein vorsichtiges Herantasten und Kennenlernen. Dies bedeutet genügend Zeit zu haben, um erstmal Sicherheit zu gewinnen bevor man sich dann tatsächlich gegenübersteht und in die Augen blickt. Auch die Tatsache, dass bei einem Erstkontakt das Äußere nicht so sehr im Vordergrund stünde, war für immerhin 12 Prozent ein wichtiger Grund.

Weitere zwölf Prozent haben auf diese Weise bereits in der Vergangenheit einen Partner gefunden und glauben daran, dass es auch ein weiteres Mal klappen könnte. Bedenkt man, wie jung die Akzeptanz der Online-Partnersuche eigentlich ist, wird diese Zahl aber mit Sicherheit noch steigen!

Von Lea-Patricia Kurz