Warum kann mein Partner nicht wie ich?

Sie sieht sich als risikofreudig, lebenslustig und spontan. Er findet sich bodenständig, sicherheitsorientiert und ausgeglichen. Jeder bringt seine ganz individuellen Werte und Charaktereigenschaften mit in die Partnerschaft. Da liegt es auf der Hand, dass man beispielsweise auch in Geldangelegenheiten unterschiedlich denken kann. Hier kann schnell ein Biotop entstehen, in dem nichts Gutes gedeiht. Das liebe Geld kann in Partnerschaften durchaus zum Streitthema Nummer Eins werden - Geld ist also auch in der Liebe ein heikles Thema.

Von Geizhälsen und Verschwendern

Wenn der Geizhals mit dem Verschwender ringt, muss dies nicht immer gleich eine Krise auslösen. Gegensätze können sich anziehen: Dem Geizhals wird einerseits Raum eingeräumt, ausgiebig zu meckern, andererseits kommt er in den Genuss der Ausgaben, die er selbst nie tätigen würde. Dem Verschwender dagegen werden ein wenig die Flügel gestutzt, so dass eine gewisse Bodenständigkeit gewährleistet bleibt. So kann man sich prima ergänzen im Sinne einer klassischen Win-Win-Situation. Wichtig ist hier, Missstände und Meinungsverschiedenheiten anzusprechen und eine gemeinsame Lösung zu finden, mit der beide Partner sich arrangieren können.

Romantik oder Realismus

Die meisten Paare bevorzugen eine gemeinsame Kontoführung -frei nach dem Motto: "Dein ist Mein". Dieser romantische Ansatz erfordert gegenseitiges Vertrauen und klare, einzuhaltende Absprachen, um finanziellen Konfliktstoff zu minimieren. Die getrennte Kontoführung wird vor allem auch von denen bevorzugt, die beispielsweise in früheren Beziehungen durch gewisse "Erfahrungen" geprägt wurden - wessen Beziehung aufgrund finanzieller Streitigkeiten bereits in die Brüche ging, der wird mit diesem Thema in Zukunft besonders sensibel umgehen. Getrennte Konten können dennoch sinnvoll sein, wenn sehr unterschiedliche Verhaltensweisen im Geldumgang bestehen. Unnötige Diskussionen und entnervende Reibereien werden so schon im Vorfeld erstickt. Denn jenseits der gemeinsam zu tragenden Kosten kann schließlich jeder mit seinem Geld verfahren, wie es ihm beliebt. Wie Schopenhauer sinngemäß sagte, ist die Verweigerung eines Darlehns an einen Freund der beste Weg, diese Freundschaft zu erhalten. Ob dieser Satz auch in Bezug auf die Liebe gültig ist, das ist wohl abhängig von den Partnern selbst und ihrem Umgang mit Konflikten.

Beziehung und Geld - ein schwieriges Paar?

Wie heißt es so schön? Wer sich liebt, wird auch die größten Hindernisse überwinden. Dennoch löst sich kein Problem von selbst und bei Streitigkeiten über die Finanzen kann sich ein klärendes Gespräch lohnen. Mittel- und langfristig müssen sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten. Trinken Sie zum Beispiel mit Ihrem Liebling ein Glas Rotwein und reden Sie über Ihre Streitpunkte. Analysieren Sie beispielsweise einmal gemeinsam alle monatlich anfallenden Fixkosten - oft ist es ganz einfach, hier etwas Geld zu sparen. Für die monatlich zu tragenden Unterhaltskosten, empfiehlt sich beispielsweise die Einführung einer gemeinsamen Haushaltskasse. Beide bemühen sich, das Budget nicht zu überschreiten: Neigt ein Partner dazu, die Übersicht zu verlieren, sollte ein sogenanntes Haushaltsbuch oder eine entsprechende Software zum
Abhilfe schaffen können. Größere Anschaffungen bespricht man am besten ausgiebig miteinander. So fühlt sich keiner überfahren und es können Lösungen gefunden werden, mit denen beide leben können. Was bei all den Streitigleiten zum Thema Geld und Beziehung jedoch nicht vergessen werden sollte: Es gibt auch Paare, die gerade in einer schweren finanziellen Lebenskrise erst so richtig zueinander gefunden haben - sozusagen durch Dick und Dünn. Dieses Gut ist extrem teuer und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

Von Heinz-W. Köhler/ PARSHIP