Für die Oberstufe des Nordhäuser Wilhelm von Humboldt Gymnasiums war der 27. April 2012 ein besonderer Schultag. Die 12. Klassen feierten in bunten Kostümen und mit Trillerpfeifen ihren letzten Unterrichtstag, die 11. Klassen bekamen Besuch von Harald Martenstein.

Diesen Besuch hatte sich Schüler Maximilian Heise, 18 Jahre alt, gewünscht: „Der Deutschunterricht zählt nicht unbedingt zu den beliebtesten Fächern. Die Kolumne hat riesiges Potenzial, für mehr Begeisterung an unserer Sprache zu sorgen, doch leider wird das von Lehrern nicht genug ausgeschöpft. Nur jemand wie Harald Martenstein weiß damit wirklich umzugehen; er hat das Zeug dazu, diese „Deutsch ist gleich langweilig“-Haltung zu ändern.“

Für Anti-Langeweile im Deutschunterricht sorgte Harald Martenstein. In der Schulaula las Harald Martenstein einige seiner Kolumnen vor, sorgte damit für gute Unterhaltung und beantwortete den rund 100 Schülerinnen und Schülern ihre Fragen.

So erfuhren die Jugendlichen, dass Martenstein nach dem Abitur eigentlich Lehrer werden wollte. Doch das frühe Aufstehen und eine einjährige Lehrerfahrung in Frankreich haben ihn davon abgehalten. Pech für das Schulsystem, Glück für alle ZEIT-Leser.

Dabei verriet Martenstein, dass er neuerdings einen Hund besitze und er Ähnlichkeit mit ihm im Aussehen habe. „Mein Hund kommt aus dem Tierheim, ist etwas strubbelig. Er hat auch schon Leute gebissen. Ich dagegen habe noch niemanden gebissen“, so Martenstein, der zugab, dass er nicht bei Facebook zu finden sei, weil Schreiben für ihn Arbeit bedeute. Apropos Schreiben. Allen schreibwütigen Schülerinnern und Schüler gab Harald Martenstein ein paar Schreibtipps: „Bleiben Sie ganz bei sich und schreiben Sie keinen Bullshit.“

Auf die Frage, ob es Tabuthemen gebe, die nicht gedruckt würden, sagte Martenstein: „Nein. Humor gedeiht schließlich dort, wo es kniffelig wird.“