Priscilla © UNHCR /​ N.Micevic

Als bewaffnete Männer Macheten und Gewehre schwingend in das Dorf eindrangen, rannte Priscilla (48) um ihr Leben. "Sie schnitten meinen Eltern die Kehle durch und töteten sie, weil sie zu alt waren, um zu laufen. Wir versteckten uns drei Tage im Busch, fast nackt, wir hatten kaum etwas dabei."

Die Demokratische Republik Kongo gehört zu den vergessenen Krisen. Bereits seit 1999 ist die Friedensmission MONUC in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) stationiert. Der Krieg ist seit 2003 beendet - doch das Land kommt nicht zur Ruhe.

Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Die Menschen leiden unter der Gewalt, marodierende Banden, Zwangsrekrutierungen, Missbrauch, Folter und Mord.

Doch die Lage in dem afrikanischen Land findet kaum mediale Beachtung, denn die Hintergründe der Gewalt der vielen bewaffneten Gruppen sind kaum mehr durchschaubar.

Die Flüchtlingskrise in der DR Kongo hat inzwischen ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Insgesamt 5,4 Millionen Kongolesen sind durch die Gewalt im Land entwurzelt worden:  4,5 Millionen Menschen leben als Vertriebene im eigenen Land und fast 900.000 Kongolesen als Flüchtlinge in verschiedenen afrikanischen Ländern. Gleichzeitig leben über eine halbe Million Flüchtlinge aus anderen Ländern in DRKongo.

Über die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder, die in katastrophalem gesundheitlichen Zustand und oft traumatisiert die Grenzen überqueren. Flüchtlinge und Vertriebene leben unter zum Teil prekären Bedingungen. Sie brauchen vor allem Schutz: eine Unterkunft, etwas zu Essen und zu Trinken. Sie müssen medizinisch versorgt werden und für Kinder müssen Bildungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.

Gabriel, 43, hat mehrere Flüchtlingsfamilien aufgenommen und erzählt: "Etwas zu Essen zu finden, ist die größte Herausforderung für uns. Ich bin diesen Morgen zu den Feldern gegangen, aber dann hörte ich Schüsse und bin geflohen. In diesem Krieg, habe ich keine Hoffnung mehr. Das Einzige, was wir brauchen, ist Frieden, sonst nichts."  

Die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR unterstützt die Projekte vor Ort. Dazu gehört auch die Sensibilisierung für die Situation in der DR Kongo. Denn der Konflikt dort gehört zu den sogenannten "Vergessenen Krisen". Die fehlende mediale Aufmerksamkeit führt zu einer dramatischen Unterfinanzierung der Hilfe.

Flüchtlingen zu helfen, heißt auch, ihnen Würde und eine Perspektive zu geben. Jede Spende an die UNO-Flüchtlingshilfe trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen.

Vergessene Flüchtlingskrisen sind meist lang andauernde Katastrophen mit großem humanitären Bedarf. Sie sind geprägt von fehlender öffentlicher Aufmerksamkeit, geringem medialen Interesse und einem Mangel an Hilfsgütern und Spenden. Oft ist auch kein politischer Wille zu erkennen, diese Krisen zu beenden.