Jacob und Esu © Svenja von Reuss

Im Jahr 2011 wurde der Südsudan nach Jahrzehnten von Krieg und Gewalt unabhängig vom Sudan. Doch auch nach der Unabhängigkeit kam das Land nie zur Ruhe. Der Südsudan gilt als ein sogenannter gescheiterter Staat, in dem seit 2013 ein Bürgerkrieg andauert.

"Zuhause ist, wo dein Herz ist. Aber wenn es dort keinen Frieden gibt, dann hört es auf, dein Zuhause zu sein." Jacob und sein Zwillingsbruder mussten miterleben, wie ihr Vater in einem Kugelhagel ums Leben kam. Um ihr Leben zu retten, sahen die beiden keine andere Möglichkeit als vor den Gewaltausbrüchen zu fliehen und das Land zu verlassen.

Die Brüder gehören damit zu dem mehr als 2,2 Millionen südsudanesischen Flüchtlingen, die inzwischen in einem der angrenzenden Länder leben. Doch auch innerhalb des Landes sind Menschen auf der Flucht: Rund 1,5 Millionen so genannte Binnenvertrieben suchen in einem anderen Landesteil Schutz.

Jacob und Eusu waren gerade einmal 15 Jahre alt, als sie fliehen mussten. Fast zwei Drittel aller südsudanesischen Flüchtlinge sind noch minderjährig. Insbesondere die Kinder leiden unter der Situation im Land: Hunger, Armut und Gewalt zerstören ihre Zukunft und nehmen ihnen die Perspektiven. 

Der Hilfsbedarf im Südsudan und den angrenzenden Ländern, die Flüchtlinge aufnehmen, ist riesig. Für die benötigte Hilfe fehlt jedoch das Geld: Der regionale Hilfsplan für 2019 für den Südsudan ist gerade mal zu einem Drittel finanziert. Die Menschen müssen deswegen oft in prekären Situationen um ihr Überleben kämpfen.

Die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR unterstützt die Projekte vor Ort finanziell mit ihren Mitteln. Dazu gehört darüber hinaus die Sensibilisierung für die Situation vor Ort. Denn der Konflikt im Südsudan gehört zu den sogenannten "Vergessenen Krisen". Die fehlende mediale Aufmerksamkeit führt zu einer dramatisch unterfinanzierten Hilfe vor Ort.

Flüchtlingen zu helfen, heißt auch, ihnen Würde und eine Perspektive zu geben. Jede Spende an die UNO-Flüchtlingshilfe trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen.

Vergessene Flüchtlingskrisen sind meist lang andauernde Katastrophen mit großem humanitären Bedarf. Sie sind geprägt von fehlender öffentlicher Aufmerksamkeit, geringem medialen Interesse und einem Mangel an Hilfsgütern und Spenden. Oft ist auch kein politischer Wille zu erkennen, diese Krisen zu beenden.