© UNHCR /​ Andrew McConnell

Abdulhay ist neun Jahre alt und kennt seine Heimat nur als ein vom Krieg zerrüttetes Land. "Ich habe Angst, raus zu gehen, wegen der Schießereien," sagt er, seit er und sein Vater einen Angriff nur knapp überlebt haben, bei dem sein Onkel und sein Cousin ums Leben kamen.

Abdulhay und sein Vater sind zwei der mehr als 5,6 Millionen Syrer, die das Land verlassen und zumeist in den Nachbarländern Schutz gesucht haben. Doch auch im Land mussten rund 6,2 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen und sind innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht.

Für die Menschen in Syrien fehlt es an allem: Es gibt nicht genug zu essen. Kinder müssen von der Schule genommen werden, um für den Familienunterhalt zu arbeiten. Die Gefahr von Ausbeutung und Missbrauch ist groß.

Etwa 83 Prozent der Syrer leben in extremer Armut. Die Familien verarmen zusehends, weil sie ihren Lebensunterhalt selbst nicht mehr verdienen können und weil die öffentliche Infrastruktur in großen Teilen zusammengebrochen ist.

Das führt auch dazu, dass in Syrien eine verlorene Generation heranwächst. Rund zwei Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen. Ihre Zukunft ist mehr als ungewiss.

Das Ausmaß und die Komplexität des Hilfsbedarfs in Syrien und in den benachbarten Aufnahmeländern bleibt schwindelerregend hoch.

Doch das internationale Interesse an Syrien hat spürbar nachgelassen, wie bei den meisten Langzeitkrisen. Ausnahmen sind neu aufflammende Gewaltausbrüche, wie im Oktober 2019 in Nordsyrien, die kurzzeitig mediale Aufmerksamkeit erhalten.

Das verlorene Interesse an Syrien drückt sich auch in abnehmender internationaler Spendenbereitschaft aus: Von der für 2019 benötigten Summe für die Syrien-Hilfe hat der UNHCR bislang nur 30 Prozent erhalten.

Die UNO-Flüchtlingshilfe als nationaler Partner des UNHCR unterstützt die Projekte vor Ort finanziell mit ihren Mitteln. Dazu gehört darüber hinaus die Sensibilisierung für die Situation vor Ort.

Flüchtlingen zu helfen, heißt auch, ihnen Würde und eine Perspektive zu geben. Jede Spende an die UNO-Flüchtlingshilfe trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen.

Vergessene Flüchtlingskrisen sind meist lang andauernde Katastrophen mit großem humanitären Bedarf. Sie sind geprägt von fehlender öffentlicher Aufmerksamkeit, geringem medialen Interesse und einem Mangel an Hilfsgütern und Spenden. Oft ist auch kein politischer Wille zu erkennen, diese Krisen zu beenden.