Die meisten Senioren wünschen sich einen ruhigen und gesunden Lebensabend. Doch diese Vorstellung kann manchmal jäh enden: Die einfachsten Dinge fallen einem nicht mehr ein und manchmal ist man für einen Moment orientierungslos. Dann fällt alsbald die Diagnose: Demenz. Im ersten Augenblick ein Schock für den Betroffenen und die Familie. 

Nun gilt es, besonnen zu reagieren und sich auf die neue Situation einzustellen. Wird ein Familienmitglied dement, ist eine der zentralen Fragen die nach einer geeigneten Betreuung. Denn die Demenz verläuft meist in Stadien und zu Beginn gelingt es Betroffenen oft noch sehr gut, ihren Alltag zu meistern. Nur hin und wieder treten eben diverse Einschränkungen auf. Der Weg in ein Pflegeheim ist dann für viele Patienten zu früh und sie wünschen sich, in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Auch den Verwandten bereitet der Gedanke, einen lieben Angehörigen in ein Pflegeheim zu geben, keine Freude.

24h-Pflege als Alternative zum Heim

Gerade mit dementen Menschen sollte besonders behutsam umgegangen werden. Ein plötzlicher Wohnortwechsel ist in den seltensten Fällen förderlich. Aber rund um die Uhr vor Ort sein? Unmöglich! Zu schwer wiegen die Verpflichtungen im eigenen Arbeits- und Familienleben.

Eine Alternative ist dann die häusliche 24h-Pflege. Bei diesem Pflegemodell kann der Patient in seinem eigenen Zuhause verbleiben. Eine Pflegekraft zieht im Haushalt ein und versorgt den Erkrankten in allen Lebensbereichen. Kochen, Einkäufe, Begleitung bei Arztbesuchen oder Spaziergängen. All dies muss der Betroffene fortan nicht allein erledigen. Wenn nötig, unterstützen die Pflegerinnen und Pfleger auch bei der Körperhygiene oder der Nahrungsaufnahme.

Nach sechs bis zwölf Wochen verlässt die Pflegekraft den Haushalt wieder und wird von einem anderen Betreuer abgelöst. Dieser bleibt ebenfalls einige Wochen, ehe auch diese Kraft abgelöst wird. Damit der Demenzerkrankte sich nicht ständig an neue Menschen gewöhnen muss, sollte dann möglichst die ursprüngliche Kraft wieder die Stelle übernehmen.

Wo finde ich eine 24h-Pflege?

Bei der 24h-Pflege gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein Weg ist, die Pflegekraft direkt anzustellen. In diesem Fall wird man offiziell zum Arbeitgeber und muss entsprechend alle Pflichten hinsichtlich Sozialabgaben und Steuern berücksichtigen. Tut man dies nicht, läuft man sogar Gefahr, sich strafbar zu machen. Hinzukommt, dass Organisation, Ersatz im Krankheitsfall und hoher Verwaltungsaufwand auf einen zukommen. Für die Mehrzahl der Familien ist dieser Weg daher nicht ratsam.

Am unkompliziertesten ist der Weg über eine Pflegeagentur. Diese haben sich auf die Vermittlung von Pflegekräften aus dem EU-Ausland spezialisiert und verfügen über Partner in diversen europäischen Staaten. Haben sie sich für den Weg über eine Pflegeagentur entschieden, ermittelt diese in einem gemeinsamen Gespräch den konkreten Bedarf und die Wünsche des Patienten und seiner Familie. Sind die Umstände vor Ort geklärt, macht sich die Agentur auf die Suche nach einer geeigneten Kraft und unterbreitet verschiedene Vorschläge. Sofern der Zustand des Pflegebedürftigen es zulässt, sollte der Betroffene, trotz Demenz, ebenfalls an der Entscheidung beteiligt sein. Grade bei Demenzerkrankungen wird dem Pflegepersonal einiges abverlangt, daher sollte die Auswahl sorgfältig erfolgen. Sorgen um das Anstellungsverhältnis brauchen sich Erkrankte dann nicht mehr machen. Die Pflegekraft bleibt weiterhin beim Pflegedienst in der Heimat angestellt und verfügt über eine Sozialversicherung. Als Nachweis dazu sollte die Betreuung eine sogenannte A1-Bescheinigung mit sich führen.

Wieso ausländische Pflegekräfte?

Der Hauptgrund, weshalb beinahe alle Anbieter auf Pflegekräfte aus dem EU-Ausland zurückgreifen, ist der anhaltende Fachkräftemangel auf dem deutschen Pflegemarkt. Grade die Arbeit mit Demenzerkrankten kann für das Personal eine seelische und körperliche Belastung darstellen und entsprechendes Personal ist rar. Hinzukommt, dass nur wenige deutsche Arbeitnehmer bereit sind, ihre Familie und ihr gewohntes Umfeld für einen so langen Zeitraum zu verlassen.

"Wir achten sehr darauf, dass die durch uns vermittelten Pflegerinnen und Pfleger geschult werden und Kenntnisse über Sitten und Gebräuche in Deutschland haben. Grade bei dementen Menschen ist es wichtig, auf qualifiziertes und herzliches Personal zu setzen. Deshalb unterbreiten wir den Familien meist mehrere Vorschläge und erarbeiten gemeinsam die optimale Lösung", sagt Julius Kohlhoff von der Pflegeagentur "Pflegehilfe für Senioren".

Der zweite gewichtige Faktor sind die Kosten. Für eine vergleichbare Pflege durch deutsche Kräfte müssten Anbieter ca. 3500 bis 4000 Euro verlangen. Für einige wohlhabende Menschen sicherlich eine Möglichkeit, für die große Mehrheit jedoch unerschwinglich. Die Pflegekräfte aus dem EU-Ausland sind dagegen wesentlich günstiger. Bei Anbietern wie der "Pflegehilfe für Senioren" beginnen die Preise bei ca. 1600 Euro.  Doch auch das Pflegepersonal profitiert, denn für heimische Verhältnisse ist die Bezahlung gut. Außerdem sammeln sie wertvolle Auslandserfahrung und werden häufig von den Familien herzlich aufgenommen.

Ist die 24h-Pflege eine Alternative zum Heim?

Ob die 24h-Pflege für den Dementen die richtige Lösung ist, muss die Familie in Absprache mit ihrem Angehörigen entscheiden. In einer Vielzahl der Fälle ist sie jedenfalls eine adäquate Alternative für die Betroffenen, bei der sich viel Zeit genommen werden kann und das räumliche Umfeld unverändert bleibt. Bedenken sollten Betroffene allerdings, dass für medizinische Leistungen laut Gesetzgeber trotzdem weiterhin der Pflegedienst kommen muss. Außerdem sollten Demenzpatienten unbedingt auf die Auswahl eines seriösen Anbieters achten, der sich Zeit nimmt und die Besonderheiten der Erkrankung berücksichtigt.

Weitere Informationen zur 24-Stunden-Pflege erhalten unter www.pflegehilfe-senioren.de oder telefonisch unter der 0800 330 31 22.


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