Deutschland wird immer älter und für eine breiter werdende Bevölkerungsgruppe stellt sich die Frage nach dem richtigen Pflegeheim. Die Auswahl ist dabei vielfältig: Etwa 11.500 Pflegeheime mit einer vollstationären Versorgung und 880.000 Pflegeheimplätzen gibt es aktuell in Deutschland. Der Betrieb der Heime teilt sich dabei beinahe gleichmäßig zwischen gemeinnützigen (49 Prozent) und privaten Anbietern (47 Prozent) auf; kommunale Betreiber stellen vier Prozent aller Pflegeheime. Die Bandbreite der Anbieter reicht dabei von Pflegeheimen mit wenigen Plätzen, über klassische Pflegeheime mit rund 80 Plätzen bis hin zu großen Anlagen mit mehreren hundert Plätzen.

Große und kleine Pflegeheime

Aktuell verfügt mehr als die Hälfte aller Pflegeheime in Deutschland über weniger als 80 Plätze – besonders hoch ist der Anteil dieser Einrichtungen dabei in Schleswig-Holstein. Den Vorteil dieser Pflegeheime sieht Michael Wipp, Geschäftsführer des Pflegeheimbetreibers EMVIA LIVING, vor allem in der "großen Nähe zu und zwischen den Mitbewohnern und den Einbezug des Lebensumfelds", wenngleich die große Nähe für den einzelnen womöglich auch einengend wirken könnte. Dem gegenüber stehen in großen Pflegeeinrichtungen mehr personelle Ressourcen in allen Bereichen zur Verfügung. "Auch räumlich bieten sich oft umfassendere Möglichkeiten – für Feste, Privatfeiern, aber auch Gemeindeaktivitäten oder Gottesdienste," so Wipp. Auch die Möglichkeit quartiersbezogener Angebote biete einen Mehrwert für die Bewohner.

Brandenburg bietet weniger Plätze

Wer auf der Suche nach dem passenden Pflegeheim ist, muss jedoch auch darauf vorbereitet sein, dass die Platzverfügbarkeit nicht in allen Bundesländern gleich groß ist. So bieten vor allem die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg in Relation zur Bevölkerung über 75 Jahre relativ viele Plätze an – knapp 12 Prozent der Senioren könnten hier einen Pflegeheimplatz bekommen. Unterdurchschnittlich viele Plätze gibt es derweil in Brandenburg – hier gibt es für nur acht Prozent der über 75jährigen einen Platz in einem Pflegeheim. Unter anderem versucht EMVIA LIVING dort gegenzusteuern und betreibt bereits 13 Pflegeheime mit über 1.500 Plätzen in dem Bundesland.

Der Einzug ins Pflegeheim

Hat man das richtige Pflegeheim gefunden, hilft dieses selbstverständlich bei allen wichtigen Vorbereitungen. "Wir unterstützen unsere zukünftigen Bewohner und deren Angehörige mit einer umfassenden Beratung auch in Fragen der Komplexität der Finanzierung und der Wohnraumauswahl", so Wipp. Ebenfalls gehören Beratungsbesuche zu Hause oder im Krankenhaus zum Service. "Auch die Möglichkeit des Probewohnens bieten wir an," erklärt Wipp.

Um die Pflegeheimkosten von der Pflegeversicherung erstattet zu bekommen, ist es notwendig, dass der zukünftige Bewohner zuvor in einen Pflegegrad eingestuft wurde. Dieser setzt einen Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad und einer anschließenden Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) voraus. Auch dabei hilft die Pflegeeinrichtung gern weiter. Können die Kosten nicht selbst getragen werden, erfolgt der Einbezug des Sozialhilfeträgers. 

Ist dieser Schritt erst einmal getan, werden die Kosten des Pflegeheims anteilig von der Pflegeversicherung übernommen und einem Einzug in ein Pflegeheim steht nichts mehr im Wege. Und auch nach dem Einzug in eines der über 11.500 Pflegeheime stehen die Mitarbeiter der Einrichtungen dem Bewohner kontinuierlich zur Seite. Von einer umfassenden Begleitung in der ersten Zeit nach dem Einzug, über unterschiedlichste Formen der Hilfestellung zum Einleben bis hin zur Organisation von Hilfsmitteln und Unterstützung bei Behördenangelegenheiten, seien Pflegeheime, neben den umfassenden Pflege- und Betreuungsleistungen, für die Bewohner da, zählt Wipp auf.

Kurzzeitpflege

Das Angebot muss sich an den regionalen Bedarfskonstellationen ausrichten und reicht dabei von ambulanter Pflege über Tages- und Nachtpflege sowie Kurzzeitpflege bis hin zur vollstationären Dauerpflege. "Gerade der Kurzzeitpflege kommt eine hohe Bedeutung in Bezug auf die Unterstützung häuslicher Pflege zu", erklärt Wipp. So würden 96,8 Prozent der Befragten einen Kurzzeitpflegeaufenthalt in den Pflegeeinrichtungen der Gruppe befürworten.

Wachsendes Angebot

Die Pflegeheimlandschaft zeigt sich in Deutschland zwar als weites Feld, offenbart jedoch im Detail die Notwendigkeit dieser vielfältigen Ausprägung. Die wachsende Anzahl an Senioren benötigt immer öfter Unterstützung, welche sie in Form von Pflegeheimen findet. Dabei zeigt sich in der Bundesrepublik eine schwankende Versorgung, wenngleich mit unterschiedlichen Angeboten etwa jeder zehnte Einwohner über 75 Jahre Platz in einem Pflegeheim finden könnte. Mit über 250 in Bau oder Planung befindlichen Pflegeheimen, wird das Angebot auch in Zukunft weiterwachsen, um jedem die Pflege zukommen lassen zu können, die er benötigt.


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