Da hat man Zeit seines Lebens mehr oder weniger gesunde Zähne gehabt, und ausgerechnet im Seniorenalter bekommt man plötzlich Karies. Genauer gesagt: Zahnhalskaries. Wie kann das sein? Die Erklärung liegt in der Anatomie: Mit zunehmendem Alter geht beim Menschen das Zahnfleisch zurück. Auch der Kieferknochen baut sich schleichend ab. Dadurch werden die Zahnzwischenräume größer, und der Saum des Zahnfleisches zieht sich zurück. Das führt dazu, dass der Zahnhals frei liegt. Da am Zahnhals die schützende Ummantelung aus Zahnschmelz fehlt, ist dieser Bereich besonders anfällig für Karies.

Ein weiterer Grund: Im Alter lässt der Speichelfluss nach. Speichel enthält aber wichtige Schutzfaktoren gegen Karies und sorgt zudem für den Abbau von Belägen (Biofilm).

Dass weniger Speichel produziert wird, ist zwar ein natürlicher Prozess, wird aber durch die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Blutdrucksenker, Schlaftabletten und Psychopharmaka) noch begünstigt.

Das Risiko für Karies und Parodontitis steigt im Alter

Aufgrund der anatomischen Veränderungen tritt neben Karies auch Parodontitis (Zahnbettentzündung) im Alter häufiger auf. Im schlimmsten Fall droht sogar Zahnverlust. Denn wenn das Zahnfleisch und der Kieferknochen durch Entzündungen stark zurückgehen, fehlt den Zähnen der Halt. Deshalb ist bei Senioren eine sorgfältige, altersgerechte Mundhygiene besonders wichtig. Und das heißt, Zähne und Zahnzwischenräume müssen einmal täglich gründlich von Belägen befreit werden. Dabei liegt die Betonung auf "gründlich": Es ist besser, einmal am Tag die Zähne 4-5 Min. lang sorgsam zu putzen als mehrmals oberflächlich. Denn die Bakterien, die Karies und Parodontitis verursachen, brauchen ca. 24 Stunden, um ihr schädliches Werk zu tun. Überall dort, wo Beläge nicht restlos beseitigt werden, können sie angreifen.

Wie man richtig vorbeugt

Dr. med. dent. Jens Thomsen, Zahnarzt und Arzt in Hamburg, hat seine Praxis schon 1980 konsequent auf Vorsorge durch professionelle Mundhygiene ausgerichtet. Er erklärt, worauf es bei der Zahnpflege ankommt: "Karies und Parodontitis haben eine gemeinsame Ursache – schädliche Bakterien, die sich im Zahnbelag (auch Plaque oder Biofilm genannt) sammeln und vermehren. Deshalb muss man den Belag einmal täglich gründlich entfernen. Wichtig ist hier vor allem, nicht nur die Zähne zu reinigen, sondern auch die Zahnzwischenräume. Und zwar bei älteren Menschen besonders am Zahnhals, also dort, wo der Zahn ins Zahnfleisch übergeht. Dafür gibt es besondere Hilfsmittel wie Solobürsten und Zahnzwischenraumbürsten. Wer das konsequent macht und regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung in die Zahnarztpraxis geht, hat gute Chancen, mit seinen eigenen, intakten Zähnen alt zu werden."

Gute Munghygiene braucht gutes Handwerkszeug

Ein Zahn besteht nicht nur aus Front und Kaufläche, sondern hat insgesamt fünf Flächen: die Kaufläche, die beiden Seitenflächen und die Innen- und Außenflächen. Sie alle müssen gründlich von Belägen gereinigt werden. Selbst mit der besten Zahnbürste erreicht man aber die Flächen zwischen den Zähnen nicht. Dafür sind spezielle Zwischenraumbürsten (Interdentalbürsten) und Einbüschelbürsten (Solobürsten) nötig, die man zum Beispiel bei www.oral-prevent.de bestellen kann. Aber Vorsicht: Die Bürsten müssen auf die Größe der Zwischenräume perfekt abgestimmt sein – zu klein ist wirkungslos, zu groß kann Zähne und Zahnfleisch verletzen. Bei den Schneidezähnen kann zusätzlich Zahnseide zum Einsatz kommen.

Welche Hilfsmittel die richtigen sind und wie man sie handhabt, wird einem in der Zahnarztpraxis gezeigt. Bei der professionellen Zahnreinigung erklären der Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin die richtige Putztechnik und üben mit dem Patienten den Umgang mit den Interdentalbürsten ein. Auch wenn die Geschicklichkeit im Alter nachlässt, gibt es gute Lösungen, um dennoch eine wirkungsvolle Mundhygiene aufrecht zu erhalten.

Fünf einfache Regeln für die Mundhygiene im Alter

Es ist gar nicht so schwer, sich auch im Alter seine intakten Zähne und gesundes Zahnfleisch zu erhalten. Man muss sich nur rechtzeitig auf einige neue Gegebenheiten einstellen, die bei der Zahnpflege jetzt wichtig sind. Diese fünf Regeln sollte man beherzigen:

  • eine fluoridhaltige Zahncreme benutzen
  • Zähne und Zahnzwischenräume einmal täglich gründlich von Belägen reinigen
  • viel trinken
  • nach säurehaltigen Getränken (z.B. Orangensaft, Weißwein) die Zähne nicht sofort putzen, da man sonst den angeätzten Zahnschmelz wegputzt
  • regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung in die Zahnarztpraxis gehen


Wer konsequent dabei bleibt und sich die tägliche Mundhygiene zur Gewohnheit macht, wird sich lange an seinen eigenen Zähnen erfreuen können.

Weitere Informationen über Mundhygiene und Prophylaxe finden Sie auf www.dr-thomsen.com und auf www.oral-prevent.de.


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