Im Ruhestand hat man vor allem eines: viel Zeit. Diese Tatsache ruft bei einigen Senioren nach Jahren regelmäßiger Beschäftigung jedoch auch Angst hervor, durch die neugewonnene Freiheit in Lethargie und Langeweile zu verfallen. Angst vor dem Ruhestand muss aber nicht sein, denn in Rente zu gehen bedeutet nicht automatisch, dass man seinen Lebensabend zu Hause auf der Couch verbringen muss. Ganz im Gegenteil. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, hat unter Umständen einiges verpasst. Der Ruhestand ist deshalb der ideale Zeitpunkt, um noch einmal durchzustarten und Versäumtes nachzuholen wie zum Beispiel langersehnte Reisen. Doch wer im Alter noch einmal zum Weltenbummler wird, sollte folgende Tipps beherzigen.

Das ideale Reiseziel finden

Bevor es überhaupt auf Reisen gehen kann, muss zuallererst folgende Frage geklärt sein: Wo soll es hingehen? Denn nicht jeder Köper macht im Alter noch jede Reise mit. Bei der Wahl des Reiseziels sollten Senioren folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Entfernung: Es macht einen großen Unterschied, ob man nach Australien oder in die Alpen reist. Ältere Menschen müssen wissen, ob sie ihrem Körper eine Reisedauer von zwölf Stunden und mehr zutrauen. Bei chronischen Krankheiten muss auf langen Reisen außerdem eine regelmäßige Medikamenteneinnahme möglich sein.
  • Klima: Gerade Herz-Kreislauf-Krankheiten können im Alter jeden treffen. Damit sich die Urlaubserinnerungen nicht nur auf das Hotelzimmer beschränken, sollten Rentner berücksichtigen, dass Hitze oder Kälte am Urlaubsort ihren Kreislauf nicht belasten.
  • Barrierefreiheit: Nicht alle Rentner sind noch gut zu Fuß. Der Urlaubsort sollte deshalb mit dem Rollstuhl oder einer Gehhilfe gut zu erkunden sein.

Welcher Urlaub ist der Richtige?


Mit Blick auf die speziellen Anforderungen, die ein Urlaubsziel für Senioren erfüllten sollte, sind folgende Reisen zu empfehlen. Sie bieten eine ausgeglichene Mischung aus Abenteuer und Erholung:

  • Kreuzfahrten: Die Reisen auf See erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Vermutlich, weil sich von Bord aus mittlerweile die ganze Welt erkunden lässt. Sonnenanbeter schippern klassisch in der Karibik umher. Wer Abkühlung sucht, fährt ans norwegische Nordkap. Besonders für Rollstuhlfahrer sind Kreuzfahrten geeignet, da die Schiffe in der Regel barrierefrei eingerichtet sind. Ausflüge an Land sind immer unter Aufsicht eines fachkundigen Reiseleiters, den Senioren im Vorfeld über ihre individuellen Bedürfnisse informieren können. Bei Reedereien aus Deutschland ist außerdem häufig ein deutschsprachiger Arzt an Bord. Zudem bieten viele Veranstalter mittlerweile Seniorenkreuzfahrten an – eine gute Möglichkeit, um neue Bekanntschaften zu machen.
  • Städtereisen: Ausflüge in die Metropolen dieser Welt bieten sich für Rentner an, weil es auf kleinem Raum viel zu entdecken gibt. Bekannte Sehenswürdigkeiten liegen in vielen Städten nahe beieinander. Das bedeutet kurze Fußwege. Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, kann Städte komfortabel bei Stadtführungen vom Bus aus kennenlernen. Daneben überzeugen Städte wie London, Barcelona oder Rom vor allen Dingen mit ihrem abwechslungsreichen Freizeitangebot. Lange Einkaufsstraßen laden zum Flanieren und Bummeln ein. In verschiedenen Museen kann man seinen kulturellen Horizont erweitern und einheimische Cafés laden zum Verweilen ein. Und das Beste: Städtetrips sind recht erschwinglich. Besonders im Internet findet man günstige Städtereisen für jeden Geschmack.
  • Resort-Urlaub: Wer sich im Ruhestand nach Erholung sehnt, sollte seinen Urlaub in einem Resort verbringen. Darunter versteht man große Wohnanlagen, die neben einem zentralgelegenen Hotel weitere Privatunterkünfte anbieten. Grundsätzlich wartet ein Resort mit zahlreichen Annehmlichkeiten auf, sodass man die Anlage eigentlich nicht verlassen muss. Beim Schwimmen im Pool oder beim Sport im Fitnessstudio können sich Rentner im Urlaub fit halten. Massagen und verschiedene Anwendungen helfen bei Rücken- oder Gelenkschmerzen. Um von A nach B zu kommen, sind Resort-Gelände in der Regel gut ausgebaut. Ein Vorteil für Rollstuhlfahrer.

Bei der Buchung auf Barrierefreiheit achten

Steht das Reiseziel fest, kann der Urlaub gebucht werden. Und hier ist das Angebot groß. Neben Individual- oder Gruppenreisen können Senioren mit einem Krankenpfleger oder einem Reisebegleiter verreisen. Im Internet oder im Reisebüro findet man verschiedene Reiseveranstalter, die sich auf die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen spezialisiert haben.

Anschließend steht die Buchung der Unterkunft und des gewünschten Transfers zum Reiseziel an. Bei Senioren mit Bewegungseinschränkung muss der Reiseveranstalter oder die jeweilige Fluglinie bereits bei der Buchung über die erforderlichen Hilfsmaßnahmen informiert werden. Dadurch stehen am Reisetag insbesondere an Flughäfen sogenannte Guides bereit, die die Senioren in Empfang nehmen und während des Flugs begleiten.

Bei der Buchung eines Seniorenhotels sollte man darauf achten, dass die Unterkunft die folgenden Kriterien erfüllt:

  • Fahrstuhl, Treppenlifte und ein ebenerdiger Eingang
  • Höhenverstellbare Zimmerbetten
  • Haltegriffe und eine Sitzmöglichkeit im Badezimmer
  • Spezielle Menüs bei Krankheiten wie Diabetes
  • Ein ansprechendes Sport- und Erholungsangebot

Ist die medizinische Versorgung gewährleistet?

Daneben liegen Urlaube in speziellen Pflegehotels im Trend. Neben einer angemessenen Unterkunft spielt insbesondere die medizinische Versorgungssituation im Urlaubsort für Senioren eine entscheidende Rolle. Bereits vor Reiseantritt sollte man folgende Fragen klären:

  • Wo befindet sich das nächstgelegene Krankenhaus?
  • Bietet das Hotel einen Krankenhaustransfer an?
  • Ist die Versorgung mit wichtigen Medikamenten gegeben?
  • Ist eine ärztliche Behandlung auf Deutsch möglich?

Bei bestimmten Reisezielen kann sich im Krankheitsfall außerdem eine Auslandskrankenversicherung lohnen. Dieser Überblick zeigt, in welchen Fällen eine solche Versicherung fällig wird und welche Leistungen sie umfasst. Sind diese Fragen geklärt, steht einem einmaligen Urlaub nichts mehr im Weg.


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