Von weitem sieht es aus, als würden sie kuscheln. Dabei genießen die Steinböcke im Naturpark Karwendel einfach nur faul die Sonne. Dicht an dicht liegen sie gedrängt in den Karen unterhalb des Gipfels der 2106 Meter hohen Montscheinspitze, gut zu erkennen an ihren markanten Hörnern. Die Montscheinspitze ist einer der Hotspots, um hier die "Könige der Alpen" zu beobachten. Und dafür muss man sich nicht weit vom touristisch gut erschlossenen Achensee entfernen. Denn Österreichs größter Naturpark beginnt gleich hinter Pertisau am Westufer. Zwei Mautstraßen führen Richtung Gerntal und Falzthurntal – wie abgeschieden es sein soll, kann jeder selbst entscheiden. Entweder man bleibt in der Nähe der Gern- oder der Gramaialm, genießt den fröhlichen Trubel oder wandert weiter in die Karwendeltäler hinein – jeder Schritt bringt den Wanderer tiefer in die pure Natur.

1.305 Pflanzenarten und mehr als 3.035 Tierarten gedeihen im insgesamt 727 Quadratkilometer großen Gebiet. Im Sommer ist die Gams omnipräsent - schon Kaiser Maximilian I. hat hier gejagt. Die alten Baumbestände, Wildflüsse und Quellen locken auch viele Vögel an. Während man in höheren Lagen Glück haben muss, um die eher scheuen Birk- und Schneehühner zu entdecken, lässt sich der Specht vor allem im Frühsommer gut im Waldbereich beobachten.

Der Steinadler fühlt sich ebenfalls wohl im Naturpark Karwendel. Gelassen gleitet er auf der Suche nach Beute über Kämme und Gipfel, schraubt sich scheinbar mühelos in den Himmel hoch und lässt sich dabei von so manchem Beobachter bewundern. Ungefähr 16 Brutpaare gibt es in der Nähe des Achensees, der Naturpark hat damit die höchste Steinadler-Dichte in den Alpen. Wer dem "König der Lüfte" nahekommen will, begleitet am besten einen Ranger auf einer der geführten Touren. Von Juni bis Anfang August führen sie Besucher, mit Spektiv und Ferngläsern ausgerüstet, in ein Adlerrevier und erklären direkt vor Ort die Lebensweise des beeindruckenden Greifvogels.

Einen Gang zurückschalten, sich naturnah bewegen, das ermöglicht das umfangreiche Sommerwanderprogramm der Region. Bei einer zweistündigen Kräuterwanderung mit einer Expertin, erfährt man näheres über die Verwendung von Wildkräutern - inklusive frischer, grüner Kostproben. Frühaufsteher können sich auf die Sonnenaufgangstour im Rofangebirge auf der Astenau Alpe freuen. Während die anderen gerade aus den Federn kriechen, genießt man auf der Alp schon ein ordentliches Bergfrühstück mit beeindruckenden Panoramablick. Am Achensee sind Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade möglich. Vom einfachen Spaziergang über blühende Wiesen, geführten Touren mit Rangern bis hin zu anspruchsvollen Wanderungen im Rofan- oder Karwendelgebirge.

Klassiker für Weitwanderer: Der Karwendelmarsch

Der legendäre Karwendelmarsch bietet Langstreckenwanderern und Läufern ein ganz besonderes Natur- und Sporterlebnis. Am letzten Wochenende im August treffen sich die Teilnehmer, die wahlweise 35 oder 52 Kilometer zurücklegen wollen. Startpunkt ist in Scharnitz. Von hier aus geht es mitten durch den Naturpark Karwendel bis nach Pertisau am Achensee. Neben der sportlichen Herausforderung und dem einzigartigen Naturerlebnis stehen der Schutzcharakter des Karwendel-Gebietes, die Gesundheit des Menschen sowie die Bewusstseinsbildung für die Natur im Vordergrund. www.karwendelmarsch.info

Weitere Infos finden Sie unter www.achensee.com


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