Daraus entwickelt hat die Hochschule Stralsund eine bis heute andauernde und wachsende Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern sowie Museen und touristischen Attraktionen im Ostseeraum. Als "BalticMuseums" Team wurden mit dem internationalen Konsortium bereits drei durch die Europäische Union geförderte Projekte abgeschlossen. Museumspädagogen aus mehreren Ländern haben gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern elektronische Besucherführer in mehreren Sprachen entwickelt. Elektronische Besucherführer, sogenannte e-Guides, standen damals noch am Anfang und die Museen sahen sich mit der gemeinsamen Herausforderung konfrontiert, wie die elektronischen Möglichkeiten nachhaltig für die Besucher genutzt werden könnten.

Unter Leitung der Hochschule Stralsund wurden nicht nur technische Belange gemeinsam diskutiert, sondern auch die Handhabung in den Museen und der Austausch von Inhalten und Übersetzungen vorangebracht. Die Freude der Besucher an den entwickelten eGuides, die technologische Entwicklung und vor allem das vertrauensvolle Netzwerk der Partner bildete den fruchtbaren Boden, um weitere Ideen rund um IT in Museen wachsen zu lassen.

Das vierte und aktuelle Projekt, "BalticMuseums: Love IT!" (2017-2020), widmet sich unter Leitung der Universität Szczecin nun e-Guides zum spielerischen Lernen in Museen mit Apps, für die der Besucher sein eigenes Smartphone nutzt. "Die Anwendung von Informationstechnologie in Museen und Attraktionen ist heute ein Qualitätskriterium. Die größte Herausforderung ist die rasante Entwicklung der Technik und der Besuchererwartungen. Hier möchten wir im Projekt ansetzen und gemeinsam inspirierende sowie praktikable Lösungen entwickeln", erklärt Professor Klotz, der das Projekt an der Hochschule Stralsund leitet. Die Hochschule Stralsund ist auf Grund ihrer umfangreichen Projekterfahrungen verantwortlich für die Kommunikation, Administration und das Wissensmanagement.

Das dreijährige Projekt wurde gemeinsam mit der Universität Szczecin initiiert und erfolgreich für eine Finanzierung beim Interreg-Programm Südliche Ostsee eingereicht. Das Projektbudget von knapp 1,5 Millionen Euro wird mit rund 1,2 Millionen Euro durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Neun Projektpartner und acht assoziierte Partner aus acht Ländern sind in dem Vorhaben engagiert. Zukünftige Besucher werden dabei direkt in die Entwicklung eingebunden: IT-Begeisterte werden zu sogenannten Hackathons, mehrtägige Programmierevents, in die touristischen Einrichtungen eingeladen, um kreative Ideen für Apps zu entwickeln. Ziel des Projektes "BalticMuseums: Love IT!" ist es, die neuen Angebote unter einer gemeinsamen Marke anzubieten und ein grenzüberschreitendes Netzwerk von touristischen Einrichtungen zu schaffen, die diese Marke nutzen und sich dauerhaft zu IT Entwicklungen für touristische Attraktionen austauschen.

Im Laufe der 10-jährigen Kooperation wurden Mittel von ca. 3,9 Millionen Euro für das Konsortium eingeworben. Neben den direkten Ergebnissen für Museumsbesucher und Museen sind die positiven Effekte der internationalen Kooperationsprojekte deutlich breiter. Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende der Hochschule Stralsund und der Partner haben in den Projekten internationale Kompetenzen erlangt. Diese Inspiration und Erfahrung hat für mehrere Mitwirkende die Grundlage für eine spätere Existenzgründung gebildet. Aus der Projektkooperation ist mit einer Erasmus-Vereinbarung eine engere Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Stralsund und der Universität Szczecin entstanden.

Die Projektarbeit wurde zudem für wissenschaftliche Erkenntnisse und Publikationen genutzt, sowohl an der Hochschule Stralsund als auch an der Universität Szczecin. Auch im praktischen Bezug der Lehrveranstaltungen zum Thema Projektmanagement an der Hochschule Stralsund werden Erfahrungen aus den Projekten genutzt und an die Studierenden weitergegeben – ganz im Sinne einer University of Applied Sciences – einer Hochschule der angewandten Wissenschaften.


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