Ein Beitrag des Helmholtz Zentrums München

Wissen für die Welt von morgen

Das Helmholtz Zentrum München geht den Zusammenhängen von Genen, Umweltfaktoren und Lebensstil auf den Grund.

Im Fokus der Forschung am Helmholtz Zentrum München, dem Deutschen Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, stehen Volkskrankheiten und ihr Zusammenhang mit Genen, Umwelt und Lebensstil. Als ein Zentrum der größten deutschen Wissenschaftsgemeinschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, stellt sich das Helmholtz Zentrum München damit einer der großen Herausforderungen des modernen Zeitalters. Denn Volkskrankheiten sind in unserer alternden und industrialisierten Gesellschaft auf dem Vormarsch und stellen uns vor komplexe gesundheitliche, aber auch gesellschaftliche und sozioökonomische Fragestellungen. Insgesamt über 2.200 Mitarbeiter arbeiten in 40 Instituten. Ihr Ziel ist es, die Grundlagen der Gesundheit und der Umwelt des Menschen zu erforschen. Mit dieser Zielsetzung hat sich das Zentrum zu einer der führenden Wissenschaftsinstitutionen im Bereich der Gesundheitsforschung entwickelt. Diese Exzellenz spiegelt sich auch in den zahlreichen Forschungskooperationen wider, unter anderen mit den Universitäten München, TUM und LMU, sowie Tübingen und Dresden neben weiteren nationalen wie internationalen Partnern. Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft bestehen weitere gemeinsame Forschungsprojekte, insbesondere im Forschungsbereich "Gesundheit", den der wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, Prof. Dr. Günther Wess, als Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft koordiniert. Zudem ist das Zentrum an den sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG) beteiligt.

Volkskrankheiten im Fokus 

Einen besonderen wissenschaftlichen Schwerpunkt legt das Helmholtz Zentrum München auf die Themen Diabetes sowie Lungenerkrankungen und künftig verstärkt auch auf Allergien. Diabetes und die chronischobstruktive Lungenerkrankung COPD zählen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit. An Diabetes leiden in Deutschland fast zehn Prozent der Bevölkerung. Von Übergewicht und Adipositas, den wichtigsten Risikofaktoren für die chronische Zuckerkrankheit, sind sogar knapp 60 Prozent der deutschen Erwachsenen betroffen. Das Helmholtz Diabetes Center (HDC) am Helmholtz Zentrum München bündelt exzellente Forschung in allen Bereichen der Diabetesforschung: Typ 1-Diabetes, Typ 2-Diabetes und Adipositas. So sollen die Möglichkeiten verbessert werden, Diabetes frühzeitig zu erkennen und effektiv zu behandeln. Ebenso wie diese Stoffwechselerkrankungen verlaufen auch viele Lungenerkrankungen chronisch – häufigste Vertreter sind das allergische Asthma und COPD. Gemeinsam mit Münchner Lungenkliniken vereint das Comprehensive Pneumology Center (CPC) am Helmholtz Zentrum München experimentelle und klinische Lungenforschung, um neuartige Therapieverfahren zu erarbeiten.


Nachwuchs fördern 

Um dem wachsenden Bedarf an wissenschaftlichen Lösungsansätzen für die drängenden Herausforderungen gerecht zu werden, setzt sich das Helmholtz Zentrum München für die Ausbildung und Förderung junger Talente ein. Über 500 Doktoranden und mehr als 200 Postdocs zählt das Zentrum. Mit der HELENA Graduate School und deren Erweiterung um ein Postdoc-Programm bietet das Zentrum vielfältige Entwicklungs- und Netzwerkmöglichkeiten für Nachwuchswissenschaftler. Dazu gehören auch die 19 wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen. Ein Großteil der jungen Führungskräfte erhält Förderungen durch den europäischen Wissenschaftsrat (ERC). Darüber hinaus spielen Internationalisierung sowie die Rekrutierung deutscher Wissenschaftler aus dem Ausland eine wichtige Rolle für die personelle Entwicklung des Zentrums, um dem in der Wissenschaft häufig kritisierten Brain-Drain entgegenzuwirken. Diese Personalentwicklung wurde bereits belohnt, wie zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und Forschungsförderungen belegen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Helmholtz Zentrums München bilden die Grundlage für künftige medizinische Behandlungsverfahren. Ein langfristiges Ziel ist dabei, zum Fortschritt der Personalisierten Medizin beizutragen. Klinische Kooperationsgruppen in Zusammenarbeit mit Universitätskliniken dienen dabei dem Wissenstransfer zwischen Labor und Krankenbett, um die wissenschaftlichen Ansätze zum direkten Nutzen für die Menschen weiterzuentwickeln. Mit den frei zugänglichen Online-Portalen "Diabetesinformationsdienst München" und "Lungeninformationsdienst" bietet das Zentrum fundierte, neutrale Informationen zu Diabetes und Lungenerkrankungen direkt aus der Forschung. Mit seinen Forschungsbeiträgen schafft das Helmholtz Zentrum München Wissen für die Welt von morgen – mit dem Ziel, die Gesundheit der Menschen zu verbessern, um schon heute den gesellschaftlichen Herausforderungen von morgen zu begegnen.

Im Interview: Prof. Dr. med. Matthias Tschöp, Scientific Director des Helmholtz Diabetes Center (HDC) am Helmholtz Zentrum München und Lehrstuhlinhaber für Stoffwechselerkrankungen an der TUM

Herr Tschöp, warum ist Diabetes ein so wichtiges Thema?

Diabetes ist nach wie vor eine der großen Volkskrankheiten. Wir gehen sogar davon aus, dass es in Zukunft eher zu einer weiteren Zunahme der Erkrankung kommen wird – mit enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen.

Wie ist der derzeitige Stand der Diabetesforschung?

Richtig ist, dass die Typ 2-Diabetes-Forschung der vergangenen Jahre keine medizinischen Durchbrüche erzielen konnte. Es gibt aber auch Grund zu Optimismus: Ansätze zur personalisierten Prävention und Therapie spezifischer Patientengruppen sind beispielsweise ebenso eine große Chance wie neue Kombinationstherapien. Diesen Trend hat auch unsere Helmholtz-Nature Medicine Diabetes Conference bestätigt.

Welche Ansätze verfolgt das HDC?

Wir arbeiten an neuen Wegen der Prävention und Therapie für eine Zukunft ohne Diabetes. Mit einem internationalen Spitzenteam, das wir mit erfahrenen Experten und Nachwuchstalenten weiter verstärken wollen, verfolgen wir einen interdisziplinären Ansatz und setzen auf eine konsequent translationale Ausrichtung. Unsere Forschung wird zudem durch hoch entwickelte Technologieplattformen beschleunigt. Dafür bietet der Standort München mit den Universitätskliniken und der wichtigen Rolle des HDC im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) beste Voraussetzungen.


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