Der Campus rund um die SRH Hochschule Heidelberg zwischen Neckar und Königstuhl: Auf dem Dach eines vierstöckigen Gebäudes ragt eine silbern glänzende Antenne in den Himmel. Sie wird künftig Signale eines Satelliten empfangen, den Studierende des Fachbereichs Elektrotechnik bauen. Die angehenden Ingenieure basteln am sogenannten "HeidelSat", dem Heidelberger Satelliten, der gerade einmal so groß ist wie eine Schuhschachtel und so leicht wie ein Liter Milch. In der Praxis wenden sie an, was sie zuvor in der Theorie gelernt haben. Sie tüfteln beispielsweise an elektronischen Bauteilen und programmieren Mikrocontroller, die zur Steuerung dienen.

Kosmische Schauer im Hörsaal

Prof. Achim Gottscheber, Studiendekan der Fakultät für Elektrotechnik, hat das Projekt HeidelSat im Jahr 2006 ins Leben gerufen: "In ungefähr zwei Jahren ist es endlich so weit. Dann schießen wir den Satelliten mit einer Rakete in den Weltraum. In 600 Kilometer Höhe, beinahe doppelt so hoch, wie derzeit die Internationale Raumstation ISS fliegt, wird er kosmische Schauer im All messen und die Daten zur Erde senden", erklärt Gottscheber. Ziel des Experiments ist es, mögliche Einflüsse der Strahlung aus dem All auf das Erdklima zu untersuchen, zum Beispiel auf die Bildung von Wolken. Denn kosmische Schauer können dazu führen, dass sich die Wolkendecke verdichtet, das wiederum hätte eine höhere Temperatur auf unserem Planeten zur Folge. "Der HeidelSat soll diesen Zusammenhang erforschen – und zwar zum ersten Mal", sagt Gottscheber begeistert.