Eigentlich wollte Linda Zervakis zu MTV oder VIVA – "Ich war aber nicht fancy genug." © Arno Burgi/dpa

"Ich habe eine gewisse Disziplin und Demut gelernt", sagt die Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis in unserem ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit über ihren ersten Job. Während ihre Freunde nach dem Abitur, im Studium und zu Beginn ihres Berufslebens viel Freizeit hatten, erzählt Zervakis, stand sie selbst an Feiertagen im Kiosk. Ab morgens um 6 Uhr habe sie sich um das Lager oder die Fahrten zum Großmarkt gekümmert. Im Rückblick will die 42-Jährige die Arbeit im Kiosk nicht missen: "Dieses Wissen ist eine Schatzkiste, die ich mit mir rumtrage." Auch, weil sie bis heute von den Lektionen dieser Zeit profitiere: "Ich kann arbeiten bis zum Umfallen und ich bin mir für nichts zu schade."

Dass Zervakis ihren ersten Traumberuf – als Stewardess – nicht umsetzen konnte, sieht sie gelassen. "Das hätte nur zu sehr viel Tomatensaft auf Anzügen geführt." Ihren zweiten Berufswunsch dagegen erreichte sie – zumindest fast, sagt die Tagesschau-Sprecherin. "Ich wollte zu MTV und VIVA, war aber nicht fancy genug." Im Podcast erzählt sie, wie sie nach anstrengenden Umwegen in der Werbung und Stationen beim Nachmittagstalk, beim Radio und einem halben Jahr in selbst gewählter Arbeitslosigkeit doch noch als erste Tagesschau-Sprecherin mit migrantischen Wurzeln vor der Kamera landete. Wie ihr Arbeitsalltag jenseits der Kamera aussieht und warum sie es vermisst, mit anderen Redakteuren mittagessen zu gehen, erzählt sie ebenfalls bei Frisch an die Arbeit

Wie viel Geld müsste man Ihnen geben, damit Sie nie wieder arbeiten würden? Dazu sagt Zervakis: "Wenn ich keine Arbeit mehr hätte, würde ich vermutlich verlottern und nur noch im Jogginganzug vor die Tür gehen!" Zwei berufliche Wünsche hat Zervakis noch: Eine eigene Unterhaltungsshow – oder eine Frühstückspension in Griechenland. "Eine Frühstückspension deshalb, weil ich einfach gar nicht kochen kann. Aber Frühstück kriege ich hin."

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen. Wir machen nun eine kurze Weihnachtspause – die nächste Folge von Frisch an die Arbeit erscheint am 10. Januar 2018.