Mein Job

Beruf: Ich bin seit sieben Jahren Rentnerin, habe aber bis vor fünf Jahren noch in meinem eigenen Musikantiquariat in München gearbeitet. Mein mittlerweile verstorbener Mann und ich haben mehr als 40 Jahre lang ein Musikfachgeschäft geführt. Als mein Mann krank wurde, habe ich es verkleinern müssen. Am Ende wurde alles zu viel: Ich wollte mich mehr um meinen Mann kümmern und der Laden hat auch nicht mehr genug abgeworfen, weil sich viele Menschen nur noch bei uns beraten ließen. Ihre Instrumente kauften sie danach im Internet. Deshalb habe ich mein Geschäft im Jahr 2012 geschlossen und bin seitdem im Ruhestand.

Ausbildung: Ich bin Diplom-Sozialpädagogin und habe später noch eine Ausbildung zur Musikalienhändlerin gemacht, um in unserem Geschäft auch Lehrlinge ausbilden zu dürfen.

Wöchentliche Arbeitszeit: Ich arbeite heute fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich an einer Grundschule und gebe Förderunterricht.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: Meine eigene Rente liegt brutto bei 621 Euro, davon geht noch die Kranken- und Pflegeversicherung ab. Hinzu kommen knapp 133 Euro Witwenrente. Mein Mann und ich waren fast unser ganzes Leben lang selbstständig und haben nicht so viel an später gedacht. Weil meine Rente allein zum Leben nicht reichen würde, stockt sie das Sozialamt um 439 Euro auf.

Nettoeinkommen: Insgesamt komme ich netto auf eine Rente von 1.125 Euro.

Sonstiges: Ich bekomme jeden Monat zusätzlich 35 Euro von der Lichtblick Seniorenhilfe. Außerdem arbeite ich bis zu zehnmal im Jahr als Prüferin für die IHK und bekomme dafür eine Aufwandsentschädigung von jährlich ungefähr 400 Euro.

Meine Ausgaben

Miete: Für meine Zweizimmerwohnung in München zahle ich im Monat 800 Euro warm. Das ist bei meiner kleinen Rente vergleichsweise viel, aber ich spare lieber woanders. Denn ich weiß sehr zu schätzen, dass meine Wohnung zentral liegt und einen kleinen Garten hat.

Lebensmittel: Ich gebe im Monat im Schnitt 90 Euro für Essen aus. Meine Lebensmittel kaufe ich zwar beim Discounter, ab und zu sind aber auch mal Bio-Sachen darunter. Geld spare ich, indem ich nicht so viel Fleisch und Fisch esse und möglichst alles verwerte. Aus Resten koche ich zum Beispiel Suppen in Unmengen, die man dann wunderbar einfrieren kann. Zum Essen gehe ich ein- bis zweimal im Monat mit Freundinnen aus. Wenn ich Freunde zu mir nach Hause einlade, dann bitte ich sie darum, mir statt Blumen etwas Nützliches wie Kaffee oder Nudeln mitzubringen.

Transportmittel: Ich habe eine Jahreskarte der Münchner Verkehrsbetriebe, die mich 456 Euro im Jahr kostet, also 38 Euro im Monat.

Versicherungen: Keine. Da bin ich nachlässig.

Altersvorsorge: Mein Mann und ich hatten ein Haus auf dem Land, mussten es aber leider verkaufen, weil wir wegen unseres Geschäfts Schulden hatten.

Telefon und Internet: 45 Euro im Monat.

Abos: Ich habe die Süddeutsche Zeitung abonniert und zahle dafür 59 Euro im Monat.

Kleidung: Maximal 20 Euro im Monat.

Körperpflege: 25 Euro pro Monat, weil ich ungefähr alle zwei Monate zum Friseur gehe und dann 50 Euro bezahle. Für Shampoo oder Duschgel gebe ich kein Geld aus, weil man sowas ja immer wieder mal geschenkt bekommt. Und Seifen habe ich so viele, dass ich sie noch vererben werde. 

Freizeit: Ich gehe manchmal mehrmals pro Woche ins Konzert, in die Oper oder ins Theater. Das ist mir wichtig. Gerade erst habe ich Karten für die Philharmonie im Februar bekommen, weil ein Bekannter von mir da im Urlaub ist. Ich profitiere immer noch oft von den vielen Kontakten von früher. Und ich fühle mich auch nicht schlecht dabei, Geschenke anzunehmen, sondern freue mich einfach drüber! Wenn ich selbst bezahle, kaufe ich mir für die Oper oft Stehplatzkarten, die schon ab zwölf Euro zu haben sind.

Reisen: Wenn ich mal verreise, dann mache ich nur Kurztrips. Um sie mir leisten zu können, lege ich jedes Zwei-Euro-Stück, das in meinem Geldbeutel landet, zur Seite. Letztens habe ich eine Freundin in Holland besucht und ein Sparticket mit der Bahn für 40 Euro hin und zurück ergattert. Größere Reisen unternehme ich nicht mehr, das habe ich früher mit meinem Mann gemacht und fast alle Kontinente gesehen. Ich habe kein Problem damit, mir das heute nicht mehr leisten zu können.

So viel bleibt am Ende übrig

So gut wie nichts – und es geht mir gut damit. Sollte ich doch mal dringend Geld brauchen, für eine aufwendigere Behandlung beim Zahnarzt oder so etwas, dann könnte es allerdings knapp werden.