Mein Job

Beruf: Ich bin Verwaltungsfachangestellte und habe zuletzt im Rathaus gearbeitet. Dort habe ich Anträge für die Bürger angenommen, bearbeitet und beschieden. Seit drei Jahren kann ich aber nicht mehr in meinem Beruf arbeiten und bekomme derzeit befristet bis 2019 eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Ich hatte einen Tumor im Kopf, der sofort operiert werden musste. Nach der Operation war ich vollständig gelähmt. Ich konnte nichts mehr bewegen, nicht mal die Hände. Allein essen konnte ich auch nicht. Inzwischen geht es mir besser, aber meine Beine sind noch immer gelähmt, weshalb ich auf den Rollstuhl angewiesen bin, und an den Armen und Händen bin ich auch noch eingeschränkt.

Ausbildung: Ich habe eine dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten an der Berufsschule und an der Verwaltungsakademie gemacht.

Wöchentliche Arbeitszeit: Meine Arbeitszeit lag bei 38,5 Stunden pro Woche. Aber auch in meiner aktuellen Lebenslage habe ich einen festen Tagesablauf. Ich gehe jeden Tag zur Physio- oder Ergotherapie, manchmal auch zweimal.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: Die Erwerbsunfähigkeitsrente, die ich bekomme, liegt brutto bei circa 1.100 Euro pro Monat. Das sind 43 Prozent von dem, was ich vorher brutto verdient habe.

Nettoeinkommen: Netto komme ich mit meiner Erwerbsunfähigkeitsrente auf ungefähr 970 Euro.

Sonstiges: 200 Euro Betriebsrente und 500 Euro Berufsunfähigkeitsversicherung. Ich habe die Versicherung leider nicht rechtzeitig aufgestockt, sonst würde ich jetzt mehr ausgezahlt bekommen. Aber man rechnet ja nicht damit, dass man sie so jung so schnell braucht. Der Tumor wurde bei mir zufällig entdeckt.

Meine Ausgaben

Miete: Ich wohne mit meinem Partner in einer Dreizimmerwohnung in einer Großstadt in Ostdeutschland. Mein Anteil an der Miete liegt bei 515 Euro, inklusive Rundfunkbeitrag, Strom und Internet.

Lebensmittel: Für Lebensmittel, Haushalts- und Toilettenartikel steuere ich 250 Euro monatlich zur Haushaltskasse bei. Zusätzlich gebe ich ungefähr 120 Euro für Essen und Trinken außer Haus aus: für einen Latte macchiato unterwegs oder einen Brunch mit Freunden.

Transportmittel: Mein Ticket für Bus und Bahn bekomme ich als Rollstuhlfahrerin ermäßigt, das sind 70 Euro pro Jahr. Wenn ich wohin muss, wo man mit den Öffentlichen nur umständlich hinkommt, dann nehme ich mir gelegentlich ein Taxi. Dafür gebe ich ungefähr 20 Euro im Monat aus.

"Man rechnet nicht damit, dass man eine Erwerbsunfähigkeitsrente so jung so schnell braucht."
Lisa*, 28 Jahre

Versicherungen: Monatlich gehen 8 Euro für die Hausratversicherung, 10 Euro für die Haftpflicht, 18 Euro für die Rechtsschutzversicherung und 16 Euro für eine Zahnzusatzversicherung weg. Jährlich kommen noch 150 Euro für die Unfallversicherung und 12 Euro für die Reisekrankenversicherung dazu. Meine Berufsunfähigkeitsversicherung, in die ich monatlich 50 Euro eingezahlt hatte, wird mir bereits ausgezahlt. Bei mir hat sich gezeigt, wie schnell man sie brauchen kann. Deshalb würde ich auch jedem jungen Menschen unbedingt raten, eine abzuschließen – und zwar mit ausreichend Deckung.

Private Altersvorsorge: Monatlich fließen 30 Euro in die Riester-Vorsorge, 50 Euro in einen ETF-Sparplan und 150 Euro in einen Vorsorgeplan mit Fonds, den mir ein Honorarberater empfohlen hat. Ich mache mir natürlich Sorgen, wegen meiner Krankheit später mal weniger Rente zu bekommen. Deswegen spare ich, wo es nur geht. Eine eigene Wohnung oder ein Haus hätte ich auch gerne mal, aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe.

Telefon: Meine Allnetflat fürs Handy kostet 22 Euro im Monat.

Mitgliedsbeiträge: Ich bin Mitglied im Mieterschutzverein, das kostet 80 Euro im Jahr.

Kleidung: Je nachdem, was ich gerade brauche, gebe ich im Schnitt ungefähr 60 bis 80 Euro im Monat für Klamotten aus.

Körperpflege: 25 Euro für Einkäufe in der Drogerie und 10 Euro für Medikamente. Außerdem gebe ich 20 Euro pro Monat für die Fußpflege aus. Denn ich selber würde nicht merken, wenn mir ein Nagel einwächst. Und selbst wenn – an meine Füße komme ich leider noch nicht wieder heran. Alle zwei bis drei Monate gebe ich 30 Euro beim Friseur aus.

Freizeit: Da habe ich keine festen Ausgaben, aber für Geschenke, Kino oder mal einen Kochkurs rechne ich ungefähr mit 60 Euro pro Monat.

Reisen: Früher bin ich viel verreist, derzeit geht das wegen meiner Krankheit leider nicht so oft. Im vergangenen Jahr war ich drei Tage in Amsterdam, das hat insgesamt 350 Euro gekostet.

So viel bleibt am Ende übrig

Ungefähr 240 Euro. Ich überlege, die auch noch anzulegen oder für Wohneigentum zu sparen. Mit meinen Einnahmen bin ich zufrieden, weil ich weiß, dass es wesentlich schlimmer hätte kommen können. Würde ich wieder arbeiten, hätte ich etwa 150 Euro weniger monatlich in der Tasche, da ich wahrscheinlich nicht mehr Vollzeit machen kann und meine Versicherung sowie Betriebsrente wegfallen. Trotzdem würde ich gerne zurück in meinen Job. Damit das klappt, wünsche ich mir für die Zukunft vor allem Gesundheit.

*Name von der Redaktion geändert