In der Serie "Kontoauszug" stellen wir regelmäßig Menschen vor, die erzählen, wie viel sie verdienen, wofür sie ihr Geld ausgeben – und wie viel sie monatlich auf die Seite legen. Hier berichtet der 34-jährige Gregor.

Mein Job

Beruf: Ich arbeite als freiberuflicher Kommunikationsdesigner für kleine oder mittelständische Unternehmen, für Agenturen, Designstudios und Magazine. Ich mache Unternehmenskommunikation, Editorial Design und Illustration. Meine Rolle sehe ich als die eines Vermittlers zwischen zwei Parteien: Eine Firma möchte ihren Kunden zum Beispiel gern über sich oder ihr Produkt mitteilen und ich überlege, wie man das visuell am besten umsetzen kann.

Ausbildung: Zuerst habe ich Kommunikationsdesign an einer Fachhochschule studiert. Weil ich aber merkte, dass mir das Zeichnen besonders liegt, bin ich zum Hauptstudium an die Universität der Künste in Berlin gewechselt. Kurz darauf bekam ich das Angebot, in einem Start-up für Gaming zu arbeiten. Als Game-Artist illustrierte und animierte ich dort ein Strategie-Spiel. Am Ende verbrachte ich fünf Tage die Woche dort. Kurz stand im Raum, mein Studium hinzuwerfen und mich in dem Start-up fest anstellen zu lassen. Aber ich wollte unbedingt das Diplom haben. Also habe ich ein Praktikum bei einer Kommunikationsagentur gemacht und mir das Studium mit Freelancer-Jobs weiter finanziert. Um Geld zu sparen, bin ich damals wieder zu meinen Eltern gezogen.

Wöchentliche Arbeitszeit: Alles zwischen null und 70 Stunden ist normal für mich. Wenn ich Jobs habe, bei denen die Deadlines eng liegen, schiebe ich auch mal fünf Nachtschichten hintereinander. Dann wiederum passiert auch mal eine Woche lang gar nichts. In meinem Fall ist es auch schwierig zu differenzieren, wo der Job aufhört und wo die Freizeit anfängt. Wenn ich grade keine Aufträge habe, zeichne ich für mich oder versuche, mir neue Skills anzueignen. Letztendlich könnte ich viel mehr arbeiten, wenn ich mehr Energie in die Akquise investieren würde. Aber ich genieße es auch sehr, so viel freie Zeit zu haben. Jeden Tag zwei Stunden spazieren zu gehen, spontan raus aufs Land fahren zu können, viel Zeit mit meinen Freunden und auf kulturellen Veranstaltungen zu verbringen – das alles ist auch eine Art von Luxus, die ich mir gerne gönne.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: Letztes Jahr waren es 15.000 Euro, und das sehr unregelmäßig. Mal sind es 5.000 Euro auf einmal, mal zwei Monate lang gar nichts. Da muss ich schon sehr aufpassen, mir das gut einzuteilen.

"Manchmal schiebe ich auch mal fünf Nachtschichten hintereinander. Dann wiederum passiert auch mal eine Woche lang gar nichts."

Nettoeinkommen: Weil ich Kleinunternehmer bin, fallen für mich keine Steuern an. Ich zahle im Monat 178 Euro für die Krankenversicherung. 170 Euro kostet mein Schreibtischplatz in einem Coworking-Space. Außerdem gebe ich monatlich etwa 15 Euro für Bücher und sonstiges Material aus, aber das ist zum Glück sehr wenig, weil ich meist digital arbeite. Alle paar Jahre werden große Anschaffungen wie Zeichentablet, Kamera oder Computer fällig, dann wird es eng. Alles in allem komme ich auf etwa 890 Euro netto im Monat. 

Meine Ausgaben

Miete: Aus der Notlösung, erst mal wieder bei meinen Eltern in einer brandenburgischen Kleinstadt einzuziehen und mir damit die Miete zu sparen, ist unversehens ein dauerhaftes Arrangement geworden.

Lebensmittel und Haushalt: Größtenteils kaufe ich für mich selbst ein, weil ich andere Dinge als meine Eltern esse und gern aufwendig koche. 240 Euro landen monatlich im Supermarkt, weitere 200 Euro gehen für Restaurantbesuche und Döner auf die Hand drauf.