Geklagt wurde in Schulen schon immer: über das viele Korrigieren, die Undankbarkeit der Schülerinnen und Schüler oder über die Sommerferien, die in Wahrheit gar nicht so lange sind, wie sie sich anhören. Aber zuletzt häuften sich die Nachrichten über bröckelnde Schulgebäude, regelmäßigen Unterrichtsausfall und Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer.

An etwa jeder dritten Grundschule in Deutschland sind Lehrkräfte in den vergangenen fünf Jahren körperlich angegriffen worden, zeigt eine Umfrage. An Haupt-, Real- und Gesamtschulen wurde mehr als jeder zweite Lehrer schon beschimpft, beleidigt oder bedroht. 

Eine bundesweite Befragung von Lehrern, Eltern und Schüler, die ZEIT und ZEIT ONLINE vergangenes Jahr durchgeführt haben, ergab: Es fällt mehr als doppelt so viel Unterricht aus, als die Behörden und Bildungsminister mitteilen. Demnach sind es nicht bloß zwei Prozent aller Stunden, sondern gut fünf Prozent. Hinzu kommt noch einmal fast genauso viel Vertretungsunterricht. Insgesamt werden also rund zehn Prozent des Unterrichts an den deutschen Schulen gar nicht oder irregulär erteilt. Schon jetzt.

In kommenden Jahren wird die Zahl der Schüler stark ansteigen, das hat eine Studie im Auftrag der Bertelsmannstiftung 2017 herausgefunden. Die Studie geht von 8,3 Millionen Schülern im Jahr 2025 aus. Zum einen werden wieder mehr Kinder geboren, zum anderen sind in den vergangenen Jahren mehr junge Menschen eingewandert. Das heißt auch: Es werden mehr Lehrerinnen und Lehrer gebraucht. An Grundschulen könnten im Jahr 2025 demnach 24.000 Lehrer fehlen, weiterführende Schulen müssten bis zum Jahr 2030 sogar 27.000 zusätzliche Stellen schaffen. Werden diese Stellen nicht besetzt, steigen die Anforderungen an jetzige Lehrkräfte. 

Aber wer will unter diesen Umständen eigentlich noch Lehrer werden?

Wenn man also will, dass nicht noch mehr Unterricht ausfällt, weil Lehrer zeitweise oder ganz aus dem Beruf aussteigen und wenn Berufsanfänger sich weiterhin dafür entscheiden sollen, Lehrer zu werden, dann muss man verstehen: Wie geht es den Lehrern? Unter welchen Mängeln leiden sie? An den Überstunden? Leiden sie unter den Schülern? Den Eltern? Den Kollegen? Oder doch unter der Schulleitung? Mit Ihrer Hilfe, liebe Lehrerinnen und Lehrer, wollen wir das herausfinden.

Hinweis vom 17. Juli 2018: Die Leserumfrage ist beendet. Vielen Dank an die fast 6.000 Lehrerinnen und Lehrer, die an unserer Umfrage teilgenommen haben.