Sie setzen sich dafür ein, dass mehr Frauen ins Weltall fliegen. Für flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten. Oder dafür, dass es auch in männerdominierten Branchen Chefinnen gibt – und nicht nur Chefs. "Wer sind die Frauen, die unsere Wirtschaft revolutionieren?", hat das Onlinemagazin Edition F eine 20-köpfige Jury und seine Leserinnen und Leser gefragt.

Gefunden haben sie 25 Frauen aus großen und kleinen Unternehmen, aus der Wissenschaft, Politik, der IT-Branche oder dem Finanzwesen. Sie haben Jobsharing-Plattformen ins Leben gerufen oder Start-ups, die Geflüchteten Programmieren beibringen. Sie reformieren Bewerbungsverfahren, damit diese fairer werden und niemanden aufgrund seines Geschlechts oder seiner Herkunft benachteiligen. Und sie gründen Unternehmen, die Menschen ohne Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Stelle geben.

Den Award verleiht Edition F bereits zum fünften Mal in Kooperation mit ZEIT ONLINE und dem Handelsblatt. 2014 hat das Magazin "25 Frauen für die digitale Zukunft" ausgezeichnet, 2015 "25 Frauen, die wir bis 2025 als Dax-30-CEO sehen wollen", 2016 "25 Frauen, die unsere Welt besser machen" und 2017 "25 Frauen, deren Erfindungen unser Leben verändern".

Die 25 Gewinnerinnen 2018

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung

Seit 2007 ist Jutta Allmendinger Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, des größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts Europas. Zudem ist sie Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin. Mit ihren Studien hat sie Pionierarbeit in der Forschung der Gleichstellung von Frauen und Männern geleistet. Unter anderem fordert Allmendinger eine familiengerechte Arbeitszeit von 32 Stunden. 

Hila Azadzoy, Mitgründerin und Head of Academics bei Kiron Open Higher Education 

Hila Azadzoy hat 2015 das soziale Start-up Kiron Open Higher Education mitgegründet, das Geflüchteten dabei hilft, mittels digitaler Lernangebote den Weg an die Hochschule zu finden. Momentan hat Kiron über 3.000 Studierende im Programm und ist in Deutschland, Jordanien und im Libanon aktiv. Azadzoy ist Preisträgerin des Digital Female Leader Awards, TedX-Speakerin und engagiert sich ehrenamtlich für das Kinderhilfswerk Visions for Children e.V.

Ise Bosch, Gründerin und Geschäftsführerin von Dreilinden gGmbH 

Ise Bosch ist eine Enkelin und Erbin des Unternehmers Robert Bosch. "Für mich bedeutet mein Erbe auch, soziale Verantwortung zu übernehmen", sagt sie. Dabei geht es ihr vor allem um die Akzeptanz von Minderheiten. Als Gründerin und Geschäftsführerin der Dreilinden gGmbH setzt sich Bosch gegen Diskriminierung und Gewalt aufgrund von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung ein. Die studierte Musikerin und Historikerin ist außerdem Mitbegründerin der Frauenstiftung Filia, die Frauen weltweit fördert. 

Stephanie Caspar, Geschäftsführerin des Digitalbereichs bei Axel Springer  

Stephanie Caspar ist promovierte Betriebswirtin und trägt die konzernweite Verantwortung für Technologie und Daten in einem der größten Medienunternehmen Deutschlands. Im März 2018 wurde Caspar in den Vorstand von Axel Springer berufen. Bevor sie 2013 zu Axel Springer kam, studierte sie in Lüneburg und arbeitete als Unternehmensberaterin bei McKinsey & Company in Hamburg. 

Gisela Erler, Forscherin, Politikerin und Unternehmerin 

Wie schafft man den Ausgleich zwischen Berufs- und Familienleben? Für dieses Thema engagiert sich die Forscherin, Politikerin und Unternehmerin Gisela Erler. Sie leitete eines der ersten Modellprojekte zu Tagesmüttern und ist die Hauptautorin des "Müttermanifests" der Grünen. 1992 gründete sie mit ihrem Unternehmen Familienservice den deutschlandweit größten Dienstleister für Firmen rund um Vereinbarkeitsfragen.

Monika Frech, Mitgründerin von Dark Horse 

Zusammen mit Freunden gründete Monika Frech 2009 Dark Horse. Das Start-up will große und mittelständische Firmen dabei unterstützen, eine innovationsfreundliche Unternehmenskultur zu etablieren. Zuvor studierte Monika Frech Sozial- und Kommunikationswissenschaften in Berlin, Florenz und Minnesota sowie Design Thinking in Potsdam.

Martina Hund-Mejean, Mitglied des Vorstandes bei Mastercard 

Als Chief Financial Officer des US-Kreditkartenunternehmens Mastercard gilt Martina Hund-Mejean weltweit als eine der einflussreichsten Personen der Finanzbranche. Die gebürtige Frankfurterin lebt seit über 30 Jahren in den USA. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Deutschen Bank und einem Volkswirtschaftsstudium fing sie als Kreditanalystin beim US-Chemiekonzern Dow Chemical an. Martina Hund-Mejean will insbesondere Frauen bei Mastercard fördern.