In der Serie "Kontoauszug" stellen wir regelmäßig Menschen vor, die erzählen, wie viel sie verdienen, wofür sie ihr Geld ausgeben – und wie viel sie monatlich auf die Seite legen. Hier berichtet der 32-jährige Mario aus Kassel.

Mein Job

Beruf: Ich arbeite als Anlagenführer in der Gießerei eines großen Automobilkonzerns in Kassel, wo mein Arbeitgeber ein Werk betreibt. Das ist ein typischer Malocherberuf, der körperlich und geistig anstrengend ist. Zudem ist es gefährlich, mit flüssigem Metall zu arbeiten – es macht mir aber auch Spaß.

"Ein komplett freies Wochenende habe ich nur einmal pro Monat."
Mario, 32, Gießereimechaniker

Ausbildung: Nachdem ich durchs Abitur gefallen bin, musste ich ein Betriebspraktikum machen, um das Fachabitur zu bekommen. Das habe ich damals bei meinem jetzigen Arbeitgeber absolviert und dabei verschiedene Stationen durchlaufen. In der Gießerei habe ich mich besonders wohl gefühlt und dann die Ausbildung zum Gießereimechaniker angefangen. Wegen guter Leistungen konnte ich sie nach zweieinhalb statt dreieinhalb Jahren abschließen.

Wöchentliche Arbeitszeit: In meinem Vertrag stehen 35 Stunden pro Woche, meistens werden es dann 36 Stunden. Da bei uns an sieben Tagen in der Woche gearbeitet wird, arbeite ich oft samstags und sonntags. Ein komplett freies Wochenende habe ich nur einmal pro Monat. Wenn meine Freunde freitags oder samstags weggehen möchten und ich Nachtschicht habe, finde ich es schade, nicht dabei sein zu können. Oder wenn jemand abends Geburtstag feiert, aber ich nur bis elf bleiben kann, weil ich am nächsten Morgen um 4.30 Uhr aufstehen und zur Frühschicht muss. Dafür habe ich oft frei, wenn andere arbeiten. Ich kann die Zeit nutzen, um mich zu erholen oder vormittags in den Supermarkt gehen, wenn er leer ist.

"Ich habe sieben Drei-Zimmer-Eigentumswohnungen, von denen ich eine selbst bewohne und sechs vermiete."
Mario, 32

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: 4.200 Euro plus Schicht- und Wochenendzulagen in Höhe von circa 1.300 Euro. Die Zulagen sind steuerfrei.

Nettoeinkommen: Mir bleiben netto mindestens 3600 Euro.

Sonstiges: Ich habe sieben Drei-Zimmer-Eigentumswohnungen, von denen ich eine selbst bewohne und sechs vermiete. Über die vermieteten Wohnungen nehme ich zusätzlich zu meinem Nettoeinkommen monatlich 2.755 Euro ein. Insgesamt komme ich also auf 6.355 Euro im Monat.

Meine Ausgaben

Miete: Ich wohne in einer 69 Quadratmeter großen Eigentumswohnung aus dem Jahr 1969, die in einem Sechsfamilienhaus am Stadtrand von Kassel liegt. Die Wohnung habe ich mir bereits kurz nach meiner Ausbildung gekauft, sie ist aber noch nicht abbezahlt. Meine monatliche Rate beträgt 350 Euro, hinzu kommen 250 Euro Nebenkosten.

Strom: 60 Euro.

Lebensmittel: Insgesamt knapp 300 Euro. Wenn ich arbeite, esse ich meist in der Kantine, wo es viele Variationen von Currywurst, aber auch eine Salatbar gibt. Ansonsten gehe ich gerne auch mal ins Restaurant oder lade meine Familie zum Essen ein.

Transportmittel: Ich habe ein Leasingfahrzeug von meinem Arbeitgeber, das mich monatlich 300 Euro kostet. Hinzu kommen 100 Euro für Sprit.

Versicherungen: 30 Euro für meine private Haftpflichtversicherung und 220 Euro für ein Kombi-Paket, das aus einer Vermieterhaftpflicht-, einer Vermieterrechtsschutz- und einer Mietausfallversicherung besteht.

"Als ich die Wohnungen kaufte, war ich gerade 30 geworden, schon seit mehr als zehn Jahren berufstätig und fand es wichtig, mein Geld endlich sinnvoll anzulegen."
Mario, 32

Schulden: Vor zwei paar Jahren habe ich auf einem Online-Immobilienportal in der Kategorie Anlageimmobilien ein relativ günstiges Angebot entdeckt. Das waren fünf Drei-Zimmer-Wohnungen in einem Wohnblock in Kassel, die man als Paket erwerben konnte. Ich war damals gerade 30 geworden, schon seit mehr als zehn Jahren berufstätig und fand es wichtig, mein Geld endlich sinnvoll anzulegen. Weil ich wider Erwarten ohne Eigenkapital einen Kredit bei der Bank bekam, habe ich zugegriffen. Später kam noch eine weitere Wohnung hinzu. Die sechs Wohnungen, die ich vermiete, haben zusammen 460.000 Euro gekostet. Monatlich tilge ich 1.900 Euro, hinzu kommen 600 Euro an Nebenkosten, die für die Wohnungen anfallen. Insgesamt also 2.500 Euro.

Private Altersvorsorge: Ich habe vor ein paar Jahren meinen Riester-Vertrag gekündigt, nachdem ich mal ausgerechnet hatte, was ich am Ende tatsächlich davon habe. Dabei kam heraus, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis schlecht ist. Seitdem investiere ich monatlich 900 Euro in einen Fondssparplan und zusätzlich 550 Euro in einen Bausparvertrag. Darüber hinaus sind meine Eigentumswohnungen meine Altersvorsorge.

Telefon und Internet: 50 Euro.

Abos: 15 Euro für das Premium-Abo von Netflix.

Haustiere: Um Futter für meine beiden Papageien zu kaufen, gebe ich im Monat ungefähr 20 Euro aus.

"Neben meinen sechs Wochen Tarifurlaub kommen im Schnitt noch zwei Wochen hinzu, die ich mir durch Extraschichten verdiene."

Kleidung: Ich gehe sehr selten shoppen, aber wenn, dann richtig. Beim letzten Mal vor zwei Jahren bin ich mit einem leeren Koffer zum Black Friday nach Las Vegas geflogen und mit einem vollen Koffer zurückgekommen. Ich nutze dann die Outlet-Shoppingcenter aus und verbinde das Shopping mit meinen Reisen. Rechnet man das, was ich dort ausgegeben habe, auf den Monat herunter, landet man irgendwo zwischen 50 und 100 Euro.

Körperpflege: 25 Euro.

Reisen: Ich sehe gerne viel von der Welt und mag es, meinen Urlaub im Ausland zu verbringen. Genug Urlaubstage dafür habe ich: Neben meinen sechs Wochen Tarifurlaub kommen im Schnitt noch zwei Wochen hinzu, die ich mir durch Extraschichten verdiene. Ich war schon mit dem Motorrad auf der Route 66, in Mexiko, in Südafrika und in vielen Ländern Europas. Dafür lege ich monatlich mindestens 400 Euro zurück.

So viel bleibt am Ende übrig

Das ist von Monat zu Monat unterschiedlich. Wenn mein Lohn kommt und alle fixen Kosten abgebucht wurden, dann lasse ich 400 Euro auf meinem Konto, von denen ich Lebensmittel und andere variable Kosten bezahle. Den Rest überweise ich auf ein zweites Konto. Das hat als guter psychologischer Trick herausgestellt, um nicht sinnlos Geld auszugeben. Das Geld auf dem Zweitkonto lasse ich erst mal liegen und nutze es, um mir etwas Größeres zu leisten. Gerade liegen auf diesem Konto 6.000 Euro.