Private Altersvorsorge: Meine Eigentumswohnung ist meine Versicherung. Ich habe mit 25 Jahren, noch vor meinem Uni-Abschluss, angefangen, in Vollzeitjobs zu arbeiten. Ich konnte gut sparen und investierte später das Geld in eine Wohnung in Neukölln. Damals habe ich mir zusätzlich ein wenig Geld von meinen Eltern geliehen. Von der Bank möchte ich mir kein Geld leihen. In Italien ist es in meiner Generation relativ normal, sich eine Wohnung zu kaufen, sobald man kann. Warum? Weil es bei uns kein funktionierendes Sozialsystem mit Wohngeld, Arbeitslosengeld, Mieten- oder Rentensystem gibt. Die eigene Wohnung bedeutet Sicherheit für die Zukunft. Sollte alles schiefgehen, hat man wenigstens ein Dach über dem Kopf.

"Gute Lebensmittel sind mir sehr wichtig."

Versicherungen: Auto- und Haftpflichtversicherung kosten mich 45 Euro im Monat.

Internet und Handy: Für Handyvertrag und Internet zahle ich monatlich insgesamt 60 Euro.

Körperpflege: Für mich und Frieda kaufe ich Shampoo, Duschgel und Windeln im Wert von 15 Euro im Monat.

Kleidung: Ich kaufe mir selten Kleidung, aber Frieda braucht natürlich dauernd neue Sachen. Dafür gehe ich in Secondhandläden, gebe aber durchschnittlich nur 10 Euro im Monat dafür aus. Den Großteil der Kleidung bekomme ich von Freunden und Familien mit Kindern, die aus ihren Hosen rausgewachsen sind. Oft schickt mir meine Mama Pakete mit frischem Olivenöl und Klamotten und Spielzeug von meinem Neffen und meiner Nichte, die schon neun und elf Jahre alt sind. 

Lebensmittel: Gute Lebensmittel sind mir sehr wichtig. Insgesamt gebe ich bestimmt 300 Euro für Essen aus. Für Obst und Gemüse gehe ich in den Biosupermarkt oder auf den türkischen Markt am Maybachufer. Käse kaufe ich auch von handwerklichen Anbietern. Ganz selten bestelle ich Fleisch bei einer befreundeten Bäuerin aus Brandenburg. Wenn sie schlachtet, bestelle ich größere Mengen und friere sie ein. Für die Verpflegung in Friedas Kita zahle ich 40 Euro im Monat.

"Die Arbeit im Fischladen ist mein Sport."

Haushalt: Reinigungsmittel kaufe ich in der Regel auch in Bioqualität, das sind vielleicht 10 Euro im Monat.

Sport: Wenn ich es schaffe, gehe ich etwa drei- bis viermal im Monat zum Qigong. Das kostet mich acht Euro die Stunde. Aber eigentlich ist die Arbeit im Fischladen mein Sport.

Reisen: Ich habe Familie in Italien, bei ihnen verbringen wir in der Regel auch den Urlaub. Das kostet mich kaum etwas. Für unseren Hin- und Rückflug zahle ich insgesamt 100 Euro. Nächstes Jahr werde ich für Frieda allerdings auch den Vollpreis für das Flugticket zahlen müssen.

Ausgehen: Als alleinerziehende Mama ist das Ausgehen natürlich umständlicher geworden. Friedas Papa ist selbstständig und wir haben bisher noch keine guten Kompromisse gefunden, wie wir uns die Betreuung aufteilen. Deshalb machen wir bald eine Familienberatung, die uns hoffentlich helfen wird. Ab und zu gehe ich mit Freunden etwas essen und trinken. Letzten Monat habe ich insgesamt 30 Euro für Drinks und Essen ausgegeben. Der Babysitterin gebe ich durchschnittlich 150 Euro im Monat.

So viel bleibt am Ende übrig

Ich habe genug Geld für mich und meine Tochter, ich möchte mich nicht beschweren. Dafür habe ich auch schon siebzehn Jahre gearbeitet und an meine Zukunft gedacht. Mich setzt unter Druck, dass ich das Arbeitslosengeld I nur noch bis Oktober bekomme. Danach möchte ich nicht Hartz IV beziehen. Ich hoffe, ich werde bis dahin einen Job finden, der meiner beruflichen Erfahrung gerecht wird und mich genug Zeit mit meiner Tochter verbringen lässt.