In der Serie "Kontoauszug" stellen wir regelmäßig Menschen vor, die erzählen, wie viel sie verdienen, wofür sie ihr Geld ausgeben – und wie viel sie monatlich auf die Seite legen. Hier berichtet der 30-jährige Tim*.

Mein Job

Beruf: Ich arbeite als freiberuflicher User Experience Designer und helfe Unternehmen dabei, digitaler und kundenfreundlicher zu werden. Zum Beispiel gestalte ich Onlineshops oder Apps so, dass sie für die Nutzer gut zu bedienen sind. An drei bis vier Tagen bin ich bei meinen Auftraggebern im Unternehmen, ansonsten arbeite ich von zu Hause aus, wo ich mir ein Arbeitszimmer eingerichtet habe.

"Ich glaube, dass ich meinen Job gut mache."
Tim*, 30

Ausbildung: Ich habe an einer Fachhochschule Kommunikationsdesign studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. Ich lebe davon, technologisch auf dem Laufenden zu sein, und muss mich daher regelmäßig fortbilden.

Wöchentliche Arbeitszeit: Als Freiberufler habe ich keine festen Arbeitszeiten, sondern kann mir meine Zeit relativ flexibel einteilen. Das kommt mir entgegen, denn so starte ich oft schon um sechs Uhr mit der Arbeit. Manchmal mache ich dann gegen 15 Uhr Feierabend, manchmal wird es auch 19 Uhr. Insgesamt komme ich so auf 40 bis 60 Stunden pro Woche. Ich versuche allerdings, mir klare Grenzen zu setzen und am Wochenende nicht zu arbeiten.

Meine Einnahmen

Bruttoeinkommen: Ich erwirtschafte im Schnitt einen monatlichen Umsatz von 20.000 Euro. Das ist viel Geld, das ist mir bewusst – und wenn ich mein Einkommen mit dem vergleiche, was man zum Beispiel in sozialen Berufen verdient, dann empfinde ich das als ungerecht. In meiner Branche ist es derzeit so, dass eine große Nachfrage auf ein vergleichsweise kleines Angebot trifft. Fast alle Unternehmen digitalisieren sich, aber es gibt nur wenige Experten, die das machen, worauf ich mich spezialisiert habe. Dadurch bin ich sehr ausgelastet. Und ich glaube, dass ich meinen Job auch gut mache.

"Ich erwirtschafte im Schnitt einen monatlichen Umsatz von 20.000 Euro. "
Tim*, 30

Nettoeinkommen: Von meinem Umsatz gehen die Beiträge für die Künstlersozialkasse ab. Dort zahle ich in die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung ein. Monatlich sind das knapp 1.050€. Außerdem gehen von meinem Umsatz noch die Betriebsausgaben ab, also die Kosten für beruflich genutzte Hardware und Software, Telefon und Internet, für mein Auto und die dazugehörigen Versicherungen, für Fortbildungen und den Steuerberater. Netto bleiben mir nach Abzug dieser Kosten durchschnittlich 10.000 bis 12.000 Euro pro Monat.

Meine Ausgaben

Miete: Meine Frau und ich wohnen in einem Einfamilienhaus in Nordrhein-Westfalen. Ich tilge monatlich 1.600 Euro inklusive Nebenkosten. Hinzu kommen 100 Euro für unsere Putzfrau.

Strom: 100 Euro pro Monat.

Lebensmittel: Ungefähr 700 Euro. Das ist bei uns ein vergleichsweise hoher Posten, vor allem wenn ich das mit meiner Studentenzeit vergleiche. Aber weil ich kein leidenschaftlicher Koch bin, gehen wir bestimmt zwei- bis dreimal im Monat ins Restaurant. Außerdem treffen wir uns gerne abends mit Freunden in einer Kneipe.

"Mein Ziel ist es, das Haus in zehn bis 15 Jahren abbezahlt zu haben."
Tim*, 30

Transportmittel: Ich habe ein Leasingauto, das ich vor allem beruflich nutze, um damit zu meinen Kunden zu fahren. Ich zahle dafür 370 Euro monatlich plus 250 Euro Sprit. Beides zählt zu meinen Betriebsausgaben und geht daher nicht vom Nettoeinkommen ab.

Versicherungen: Die 90 Euro für die Kfz-Versicherung und die Verkehrsrechtschutzversicherung gehören auch zu meinen Betriebsausgaben und gehen direkt vom Bruttoumsatz weg. Privat habe ich noch eine Haftpflicht- und eine Hausratversicherung, die zusammen 20 Euro im Monat kosten. Außerdem habe ich zwei Rürup-Versicherungen, von denen eine an eine Berufsunfähigkeitsversicherung gekoppelt ist, sowie eine zusätzliche BU-Versicherung. Insgesamt kosten mich diese drei Verträge jeden Monat 600 Euro.

Schulden: Unser Haus haben wir zu ungefähr einem Drittel mit vorhandenem Eigenkapital finanziert und für den restlichen Betrag einen Kredit aufgenommen. Mein Ziel ist es, das Haus in zehn bis 15 Jahren abbezahlt zu haben.