"Ich wollte mit 30 Millionär sein", sagt Waldemar Zeiler im Podcast. © Verena Brandt

"Seit der zwölften Klasse war ich von der Idee angefixt, Unternehmer zu werden", sagt Waldemar Zeiler, Gründer der fairen Kondommarke Einhorn. Seine erste Firma, die Z + B Berufseinsteigeragentur, sollte Schülern bei Bewerbungen helfen – er gründete sie noch während der Schulzeit, erzählt Zeiler im ZEIT-ONLINE-Podast "Frisch an die Arbeit". Dann studierte der heute 35-Jährige BWL an der University of Maastricht und arbeitete im Anschluss erst in Unternehmensberatungen, dann für ein Start-up der Samwer-Brüder, das mit virtuellem Gold aus dem Spiel World of Warcraft Geld verdienen wollte.

Aber da Zeiler immer sofort Verantwortung tragen und Chef sein wollte, sei er nie lange bei einem Arbeitgeber geblieben: "Nach maximal sieben Monaten wurde ich immer gekündigt." Auch seine eigenen Versuche, Firmen zu gründen, seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen, sagt er: "Ich hab sechs, sieben Sachen gegen die Wand gehauen." Es war eine Zeit mit sehr viel Arbeit, sagt Einhorn-Gründer Zeiler. "Ich war total geldgetrieben. Ich wollte mit 30 Millionär sein."

"Einen halben Tag vor Facebook zu versacken, das ist das Schlimmste."
Waldemar Zeiler, Einhorn-Gründer

Dann kam der Zusammenbruch, weil Zeiler zu viel gearbeitet hatte. "Ich hatte so eine Art Burn-out und merkte: Das ist uncool, wie du das machst." Zeiler reiste ein halbes Jahr durch Südamerika, nahm sich zurück in Berlin noch mal ein halbes Jahr, um sich nur zu sortieren, um nicht wieder dieselben Fehler zu machen, und entschied, gemeinsam mit Philip Siefer die Firma Einhorn zu gründen. Die Idee: Bio-Kondome für junge Kunden. Und sie wollten anders arbeiten, nachhaltiger und rücksichtsvoller.

So fair wie die Kondome hergestellt werden, sollen auch die 18 Mitarbeiter behandelt werden. Sie arbeiten weitestgehend selbstständig, diskutieren gemeinsam ihre Gehälter und können so viel Urlaub nehmen, wie sie wollen. Damit wollen Zeiler und sein Mitgründer verhindern, dass sie oder ihre Mitarbeiter im Büro bleiben, obwohl es nichts zu tun gibt. "Einen halben Tag vor Facebook zu versacken, das ist das Schlimmste", sagt Zeiler. Er selbst versuche sich aus dem operativen Tagesgeschäft so gut es geht herauszunehmen. "Besonders glücklich macht mich ein leerer Kalender", sagt Zeiler. 

Das Konzept unseres Podcasts "Frisch an die Arbeit" fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen

Anmerkung: Wir hatten geschrieben, Waldemar Zeiler habe an der WHU Business School studiert. Das ist falsch, er war an der University of Maastricht. Den Fehler haben wir berichtigt.