Gerade ist der dritte Roman von Helene Hegemann im Hanser Verlag erschienen: "Bungalow". © Urban Zintel

"Als ich Geld hatte, habe ich zwei Jahre lang gar nichts mehr geschrieben", erzählt die Schriftstellerin und Regisseurin Helene Hegemann im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Sie meint die Zeit nach der Veröffentlichung ihres Debütromans Axolotl Roadkill, der sich mehr als 100.000 mal verkaufte. Die heute 26-Jährige sagt: "Mir fiel absolut nichts ein und ich wollte den Beruf eigentlich aufgeben." Erst als das Geld aufgebraucht war, habe sie wieder ernsthaft angefangen zu schreiben.

"Als ich Geld hatte, habe ich zwei Jahre lang gar nichts mehr geschrieben."
Helene Hegemann, 26, Schriftstellerin

Helene Hegemann kommt aus Bochum. Als ihre Mutter starb, zog sie mit 13 Jahren zu ihrem Vater Carl Hegemann, der damals Dramaturg an der Berliner Volksbühne war, und begann zu schreiben. Viel Aufmerksamkeit bekam Hegemann für ihren Debütroman Axolotl Roadkill, da war sie gerade mal 17 Jahre alt: Zunächst wurde die Schriftstellerin vom Feuilleton gefeiert, doch dann infrage gestellt, als Plagiatsvorwürfe gegen sie laut wurden. Im vergangenen Jahr kam die Verfilmung des Romans unter dem Titel Axolotl Overkill in die Kinos, Hegemann führte Regie.

Im Podcast sagt Hegemann über ihre Arbeit: "Schreiben erfordert ein gewisses Maß an Planung." Sie sei sich selbst eine "erstaunlich gute Chefin". Wenn sie motiviert ist, arbeite sie sehr diszipliniert: "Ich bin sehr streng mit mir." Ein wichtiger Motor ist für sie Geldverdienen. "Geld macht schon ziemlich viel Freude", sagt sie. Zum Schreiben fahre sie gerne weg. So verbrachte sie den Sommer im Salzburger Umland, um zu arbeiten.

Gerade ist ihr dritter Roman erschienen, Bungalow. Darin geht es um ein Mädchen, das bei seiner alkoholsüchtigen Mutter in aussichtslosen Verhältnissen aufwächst – und zu einer jungen Frau reift. Der Roman steht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Doch wenn es irgendwann nicht mehr läuft, hat Hegemann einen Plan B: Sie würde aussteigen und in der kanadischen Provinz leben, ohne Strom und Wasser.

Das Konzept unseres Podcasts Frisch an die Arbeit fußt auf dem berühmten Fragebogen von Max Frisch – wir haben ihn umgeschrieben und an die Arbeitswelt angepasst. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können den Fragebogen zum Podcast hier auch selbst ausfüllen.