Jochen Schropp sagt: "Ich bin halt Mainstream." © David Nescholta

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so viel freier fühlen würde", sagt der Moderator und Schauspieler Jochen Schropp im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit über sein Outing. Im vergangenen Sommer hatte der 39-Jährige im Magazin Stern erstmals erzählt, dass er schwul ist. Jahrelang hatte er das für sich behalten, aus Sorge, sonst keine Filmrollen mehr zu bekommen. Oft habe er Sorge gehabt: "Jeden Tag kann eine Bombe explodieren."

Jochen Schropp wuchs in Gießen auf, seine Mutter war Arzthelferin, sein Vater Lehrer. Im Podcast berichtet er von seinem Highschool-Jahr in Visalia, Kalifornien, wo er auch das erste Mal auf einer Bühne stand. "Ich hatte dort mit das beste Jahr meines Lebens", sagt er. Dort verliebte er sich auch in seinen besten Freund. Zurück in Deutschland erzählte er davon aber erst mal nur seiner besten Freundin.

Nach dem Abitur studierte Schropp an Paul McCartneys Liverpool Institute for Performing Arts in Großbritannien. Seine erste Filmrolle bekam er mit 24 Jahren in der ARD-Vorabendserie Sternenfänger an der Seite von Nora Tschirner. Darin spielte er den Herzensbrecher Nico. In Interviews wurde er zu dieser Zeit oft gefragt, ob er eine Freundin habe. Im Podcast sagt er: "Ich habe damals gelernt zu antworten, ohne zu antworten. So wie Politiker das auch machen."

"Ich bin halt Mainstream."
Jochen Schropp, Moderator

Heute moderiert Jochen Schropp unter anderem Filmpreise, das Sat.1-Frühstücksfernsehen und die Reality-TV-Show Promi Big Brother. Filmrollen spielt er immer noch. Aber er sagt: "Ich war kein Charakterschauspieler." Stattdessen behauptet er von sich: "Ich bin halt Mainstream."

Im Podcast erzählt er, dass er ein großes Sicherheitsbedürfnis habe. Wenn Jobs wegbrechen, mit denen er fest gerechnet habe, mache er sich Sorgen. Dann nehme er auch Jobs an, die er sonst nicht annehmen würde. Wenn es im Filmgeschäft mal nicht mehr laufe, könne er sich vorstellen, in seinem eigenen Saftladen in Berlin zu arbeiten – oder nach Kapstadt auszuwandern.