"Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich geholfen habe, ein Leben zu verändern", sagt Natascha Wegelin im Podcast. © Jacqueline Häußler

"Wenn man seine Finanzen auf die Reihe kriegt, gibt das vielen Frauen das Gefühl, Superwoman zu sein", sagt Natascha Wegelin ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Die 32-Jährige ist die Gründerin und gleichzeitig der Kopf hinter dem Frauen-Finanzblog Madame Moneypenny, mit dem sie Frauen dabei unterstützt, finanziell unabhängig zu werden.

"Damals dachte ich: Wie doof muss man sein, das zu vermasseln?"
Natascha Wegelin alias Madame Moneypenny

Wegelin, geboren im Ruhrpott, verdiente ihr erstes Geld mit zwölf Jahren in einem Kinderchor, der regelmäßig in Musicals auftrat. Später wollte sie Journalistin werden, am liebsten beim Radio – bis eine Berufsberaterin in einem dunklen Raum der Schule zu ihr sagt: Du bist keine Journalistin. Schließlich studierte sie BWL – und erhoffte sich einen Job bei Google, wo sie ein Praktikum gemacht hatte. Aber es klappte nicht. Sie sei schlecht vorbereitet gewesen, habe die formelle Bewerbung zu sehr auf die leichte Schulter genommen und zudem auch noch nervös gewesen. Im Podcast sagt Wegelin: "Damals dachte ich: Wie doof muss man sein, das zu vermasseln?"

Das erste Unternehmen gründete sie mit 26

Kurzerhand gründete Wegelin zusammen mit einem Kommilitonen ein eigenes Unternehmen, da war sie 26 Jahre alt: das Portal wg-suche.de. Im vergangenen Jahr verkauften sie es zum Teil an Immobilienscout24. Seit 2016 betreibt sie ihr Blog. In einer Facebook-Gruppe diskutiert sie mit Frauen über Finanzen, gibt Seminare und Webinare und hat gerade ein Buch veröffentlicht. Wichtiger als der Output aber, sagt sie, seien die Rückmeldungen ihrer Leserinnen: "Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich geholfen habe, ein Leben zu verändern."

Damit das alles klappt, hat Wegelin in den letzten Jahren gelernt zu priorisieren, erzählt sie. "Es gibt auch Phasen, da sieht meine Wohnung aus wie Sau – weil das einfach nicht dran ist." Ihr großer Vorteil sei dabei, dass sie sich gut motivieren könne. Schwieriger sei, auch mal langsamer zu machen: "Ich lerne noch, mich zu stoppen." Die wichtigste Lektion aber sei gewesen, sich ein klares Ziel zu setzen und auch zu lukrativen Anfragen aus der Finanzbranche "Nein" zu sagen, wenn diese nichts mit ihren eigentlichen Zielen zu tun haben. Wie Wegelin das schafft? "Der Trick ist der Mittelfinger", sagt sie.