Mehr Sport, gesündere Ernährung, regelmäßig meditieren, mehr Leben, mehr Zeit für die Familie, sich weniger sorgen, endlich einen erfüllenden Job finden. Das sind alles sinnige Vorsätze fürs nächste Jahr. Doch thematisch fehlt oft ein Vorsatz in den Aufzählungen, die ich von Freunden und Bekannten zu hören bekomme. Ein gesamter Lebensbereich wird meist vollkommen ausgeblendet. Dabei ist es einer, der alle anderen stark beeinflusst. Einer, der auf unser Leben und Glück sicherlich mindestens genauso große Auswirkungen hat wie Liebe, Gesundheit und Karriere. Und doch einer, dem bei den Vorsätzen fürs neue Jahr meist wenig bis gar keine Beachtung geschenkt wird: Geld.

Seit knapp drei Jahren betreibe ich nun schon das Projekt Madame Moneypenny. Auf meinem Blog gebe ich Tipps über Wege in die finanzielle Unabhängigkeit. Der häufigste Satz, den ich seitdem zu hören bekomme, wenn ich mit anderen Frauen über Geld spreche: "Darum müsste ich mich eigentlich auch irgendwann mal kümmern..." Müsste. Eigentlich. Irgendwann.

Verwunderlich, wo doch Geld eine große Rolle in Leben spielt: Geld kann dabei helfen, sich gesünder zu ernähren. Oder dabei, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Oder einen Job zu wählen, der einen erfüllt. Ein Mangel an Geld dagegen kann uns große Sorgen bereiten und uns stressen, ja sogar krank machen. Weil wir vor lauter Erwerbsarbeit keine Zeit für die Familie oder das Hobby haben. Ob es uns gefällt oder nicht: In der Welt, in der wir leben, spielt Geld eine entscheidende Rolle und unsere finanzielle Situation hat immense Auswirkungen auf die anderen Bereiche in unserem Leben. Im Hier und Jetzt.

Natascha Wegelin, Unternehmerin und Bestseller-Autorin, begleitet mit ihrem Projekt "Madame Moneypenny" Frauen in die finanzielle Unabhängigkeit. © Jacqueline Häußler

Und in der Zukunft umso mehr. Unser Rentensystem wankt ganz gewaltig und wer es bis jetzt noch nicht getan hat, sollte sich endlich von dem Gedanken verabschieden, mit 67 Jahren gemütlich in die Rente segeln zu können. Vor allem wir Frauen. Frauen erhalten immer noch deutlich weniger Rente als Männer, sie investieren weniger in private Vorsorge und werden folglich häufiger von Altersarmut betroffen sein. Und das ist kein alleiniges Problem der sozial Schwachen, sondern ebenso der Mittelschicht. Viele wissen oder ahnen all das, tun aber nichts dagegen. Klar, den Gedanken an die eigene Rente – die kaum bis gar nicht vorhandene – finden sie deprimierend. Verständlich. Doch wir haben die Wahl: Wir können auf das Rentensystem schimpfen und im Stillen hoffen, dass es doch irgendwie zum Überleben reicht. Oder wir können unsere Finanzen selbst in die Hand nehmen und dafür sorgen, dass wir später einmal nicht zu den knapp 50 Prozent aller Rentner gehören, die mit weniger als 800 Euro im Monat auskommen müssen. 

Wenn wir uns dafür entscheiden, nicht in die Altersarmut abrutschen zu wollen, dann geht das nur, indem wir selbst Verantwortung übernehmen: für das eigene Geld und damit für das eigene Leben und die eigene Zukunft. Weder Staat, noch Arbeitgeber, noch unser Partner sind verantwortlich für unser Leben. Sondern ganz allein wir selbst. Viel zu häufig überlassen Frauen die Finanzen den Männern – die meist auch nicht besser wissen, was zu tun ist. 

Verantwortung übernehmen. Will ich ja, aber wie, fragen mich viele. Die Antwort ist recht simpel: mit einer privaten Rentenversicherung für die absolute Grundsicherung im Alter und Vermögensaufbau für alles darüber hinaus. Für Ersteres kann man einen Honorarberater hinzuziehen, Letzteres kann frau wunderbar selbst umsetzen. Ganz einfach, indem wir weniger ausgeben, als wir verdienen, und den Rest langfristig anlegen. Zum Beispiel an der Börse. Seit 1991 betrug die durchschnittliche Rendite mit Aktien zwischen sechs und acht Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Einer Studie der DZ Bank zufolge haben Ersparnisse auf dem Konto im vergangenen Jahr 0,8 Prozent an Wert verloren, weil die Verbraucherpreise gestiegen, die Zinsen aber weiterhin niedrig geblieben sind. Mit ETFs und börsengehandelten Indexfonds lässt sich Vermögensaufbau bereits ab 25 Euro pro Monat betreiben. Und zwar mit wenigen Klicks online. Klar, wenn es ganz so einfach wäre, dann müsste man sich das Geldanlegen gar nicht erst vornehmen.

Der erste Schritt, den Sie ganz einfach 2019 angehen können: Bevor wir Geld vermehren können, müssen wir uns erst einmal darüber klar werden, was überhaupt da ist: Was habe ich von Wert? Was habe ich an Schulden? In welche Richtung bewege ich mich? Welche Versicherungen habe ich, was beinhalten sie und sind sie die richtigen Produkte für mich? Was verdiene ich? Wie viel gebe ich aus und wofür? Laden Sie sich eine App runter, führen Sie Haushaltsbuch oder füllen ein Excel-Sheet mit ihren Einnahmen und Ausgaben.

Dann erst lohnt es sich, eine Strategie zu überlegen und sich ein Grundverständnis über die Börse anzulesen. Ja, das ist mit Aufwand verbunden. Aber das ist jeder andere gute Vorsatz auch. Der Unterschied: Wer einmal eine informierte Entscheidung getroffen hat und mindestens 15 Jahre durchhält (ganz einfach, wenn man einen Dauerauftrag eingerichtet hat), kann dem Geld künftig beim Wachsen zusehen und sich in einigen Jahren über ein Einkommen aus den Gewinnen und Renditen seiner Investitionen freuen. Und wenn das Geld erst mal angelegt ist, werden Ihnen auch die anderen guten Vorsätze leichter fallen: mehr Zeit für die Familie, Sport oder Meditation.