Caroline Peters ist ab dem 24. Januar in der Komödie "Womit haben wir das verdient?" im Kino zu sehen.

"Ich fühle mich nicht routiniert in meiner Arbeit, aber erfahren", sagt Caroline Peters im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Seit 25 Jahren arbeitet sie als Schauspielerin. Wenn sie mit jüngeren Kollegen zusammenarbeitet, verstehe sie oft deren Probleme, aber rege sich selbst nicht mehr darüber auf. "Ich war früher sehr viel aufgeregter als heute", sagt sie. Das findet sie entspannend.

Ein richtig guter Arbeitstag beginne bei ihr nicht zu früh und dauere auch nicht zu lange, sagt Peters im Podcast. "Und in der Zeit dazwischen fallen einem die Sachen so zu", sagt sie. Wie beim Surfen sei das, wenn man einmal auf dem Brett stehe und nur vom Wind geschoben werde. Meistens arbeitet die 47-Jährige allerdings doch eher viel als wenig. Nach dem Abitur bewarb sie sich an sieben Schauspielschulen und wurde schließlich in Saarbrücken genommen. Ihr erstes Engagement bekam sie an der Berliner Schaubühne. Sie sagt: "Ich fand es cool, mit 22 Jahren einen Beruf anzufangen und ein Gehalt dafür zu bekommen." Heute gehört sie zum Ensemble des Wiener Burgtheaters, gerade wurde sie von den Kritikern des Fachmagazins Theater heute zum zweiten Mal zur Schauspielerin des Jahres gewählt.

"Ich schreibe nie Sätze rein ins Drehbuch, ich bin mehr fürs Wegstreichen."
Caroline Peters, Schauspielerin

Ihre Filmrollen sind oft komisch. In der ARD-Serie Mord mit Aussicht, mit der sie bekannt wurde, spielte sie die Kommissarin Sophie Haas, die von Köln zwangsversetzt wird in ein Kaff in der Eifel. Gerade ist sie in zwei Komödien im Kino zu sehen: Mit Der Vorname und ab dem 24.1. mit der österreichischen Komödie Womit haben wir das verdient?. Darin spielt sie eine Mutter, deren Tochter plötzlich zum Islam konvertiert, Kopftuch trägt und nicht mehr mit Männern allein in einem Raum sein kann. Die Komik entsteht dabei auch durch Peters Grimassen. Sie sagt, das passiere einfach aus der Situation heraus. Im deutschen Fernsehen werde unterschätzt, wie viel man Menschen ansehen könne, ohne dass sie etwas sagen. "Wenn man das aber nutzt, entstehen interessante Situationen, in denen man ohne Text auskommt."

Darüber müsse sie immer wieder mit Redakteuren, Regisseuren und Drehbuchautoren diskutieren. "Ich schreibe nie Sätze rein ins Drehbuch, ich bin mehr fürs Wegstreichen", sagt sie. Aber ein schlechtes Drehbuch könne man so auch nicht retten. Gerade läuft es so gut bei Peters, dass sie es sich leisten könnte, eine Rolle abzusagen. Sie sagt: "Alles hängt von Glück und Zufall ab. Deshalb erfreue ich mich immer an dem, was gerade ist – und bei dem, was kommt, denke ich immerzu in permanenter Not dran." Und: "Mir wär sehr viel wohler, wenn ich eine reiche Erbin wäre oder es ein Grundeinkommen für alle gäbe und es rein auf meinem Geschmack beruhen würde, ob ich arbeite oder nicht."

"Da werde ich gedisst, weil ich eine Frau bin. Und ich habe das ganz lange noch nicht einmal gemerkt."

Die #MeToo-Bewegung, sagt Peters, habe den Arbeitsalltag für sie sehr verändert. "Es wird wahnsinnig viel darüber geredet, beim Drehen, beim Proben, auf Partys. Alle erzählen Geschichten, die mir vor drei Jahren nie im Leben jemand erzählt hatte. Das finde ich richtig gut und neu. Und viel wertvoller als die öffentliche Diskussion." Sie selbst habe keine großen Erlebnisse zu verzeichnen. Aber trotzdem kenne sie sehr viele kleine bescheuerte Situationen des Alltags, in denen sie jetzt feststelle: "Da werde ich gedisst, weil ich eine Frau bin. Und ich habe das ganz lange noch nicht einmal gemerkt." Jetzt lerne sie, in solchen Momenten zu reagieren.