Sie stellen Papier aus Gras her oder gründen Schneiderwerkstätten, die Geflüchtete als Näherinnen einsetzen: Jungunternehmen mit sozialem oder ökologischem Schwerpunkt sind laut einer Studie häufiger innovativ als andere Gründerinnen und Gründer. Knapp ein Drittel der Sozialunternehmen bietet Marktneuheiten in ihrem Bereich an, wie aus einer Befragung der Förderbank KfW hervorgeht. 

Jeder vierte der etwa 154.000 sogenannten Social Entrepreneurs entwickelte eigene technologische Innovationen bis zur Marktreife. Bei anderen Jungunternehmen ist den Angaben zufolge nur gut jeder achte mit Marktneuheiten aktiv. Berücksichtigt wurden die vor der Befragung 2017 noch aktiven Existenzgründungen der vergangenen fünf Jahre. 

Die staatliche Förderbank untersuchte im Rahmen ihres Gründungsmonitors erstmals die Besonderheiten von jungen Sozialunternehmen. Im Jahr 2017 gab es den Angaben zufolge 154.000 Gründerinnen und Gründer, die 108.000 Betriebe mit sozialem und ökologischem Schwerpunkt führten. Das waren rund neun Prozent der insgesamt noch aktiven Existenzgründungen der vergangenen fünf Jahre vor der Befragung.

Frauen und über 50-Jährige

"Viele der sogenannten Social Entrepreneurs sind also durchaus Vorreiter für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Sozialunternehmer haben neben dem Gewinnziel ein soziales oder ökologisches Anliegen ganz oben in ihrem Zielsystem verankert und verzichten dafür auf mögliche Rendite." Sie schaffen der Studie zufolge auch häufiger Jobs als andere Existenzgründer.

Ein Drittel der Sozialunternehmen beschäftige Mitarbeiter (32 Prozent), bei anderen Gründerinnen und Gründern sind es 25 Prozent. Die Mehrheit der Sozialunternehmen macht sich nicht aus Not selbstständig, sondern weil sie eine Geschäftsidee umsetzen wollen. Fehlende Job-Alternativen spielten nur bei 17 Prozent die entscheidende Rolle, dagegen bei einem Drittel der anderen Gründer.

Besonders häufig steht ein soziales oder ökologisches Anliegen den Angaben zufolge bei Frauen und über 50-Jährigen im Fokus. "Die Sozialunternehmer zeigen, dass man auch im fortgeschrittenen Berufsleben neue Pläne verwirklichen kann. Auch das ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu begrüßen", sagte Zeuner.