Eine Schwangerschaft im dritten Trimester ähnelt der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Ein bisschen schwerer als sonst und vollgepumpt mit Vorfreude auf das Ungewisse macht man sich unrealistische Vorsätze. Den ersten guten Vorsatz, den ich mir als schwangere Journalistin machte, war: "Ich werde niemals über das Muttersein schreiben." Es war auch der erste, den ich dann wieder brach. Der zweite gute Vorsatz, und um den soll es hier gehen, lautete: Nichts wird sich ändern. Ich will in meiner Dachgeschosswohnung ohne Aufzug wohnen bleiben, ich will spontan meine Freundinnen in Beirut und Amman besuchen und Urlaub auf dem Hausboot machen können. Arbeiten will ich natürlich auch möglichst bald wieder. Bloß keinen Karriereknick.