Olivier Reppert sagt im Podcast: "Ich fühle mich als guter Chef, wenn ich mir treu geblieben bin. Wenn Menschen, die man beruflich lange kennt, sagen, dass man bodenständig geblieben ist."

"Ich bin von montags sieben Uhr bis freitags 22 Uhr voll für die Arbeit da – aber ich möchte das Wochenende für die Familie haben", sagt Olivier Reppert, CEO von Share Now, dem gemeinsamen Carsharing-Dienst von Mercedes-Benz und BMW. Am Wochenende arbeite Reppert nicht mehr als zwei Stunden, sagt der 45-Jährige im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit, der beim diesjährigen Tech Open Air in Berlin aufgenommen wurde.

Auch wenn Carsharing insgesamt noch eine junge Branche ist, gehört Olivier Reppert zu den erfahrenen Managern dieses Bereichs. Ehe er Share Now übernahm, welches das Angebot von Car2Go und Drive Now vereinen soll, war er bei Mercedes-Benz zunächst für den weltweiten Vertrieb zuständig und übernahm 2014 das Marken- und Produktmanagement von Smart. Dann baute er Car2Go auf. "Damals", sagt Reppert, "war der Smart für uns das perfekte urbane Auto. Und schon damals war für uns klar: Der Smart muss elektrisch sein. Wir können es uns eigentlich nur noch leisten, uns elektrisch in den Städten zu bewegen."

"Ich fahre viel Fahrrad in Berlin. Da hat man auf dem Heimweg viel Zeit nachzudenken."
Olivier Reppert, CEO von Share Now

Sein beruflicher Ehrgeiz gilt der Zukunft der Mobilität: "Mein Thema sind Mobilitätsökosysteme. Wie viel Struktur braucht es? Wie viele Alternativen braucht es? E-Scooter? Öffentliche Verkehrsmittel? Wir sind alle nur erfolgreich, wenn das alles miteinander funktioniert", sagt Reppert. Insgesamt sei der Carsharing-Markt erst ganz am Anfang, sagt der Share-Now-CEO. "Auch kleine und mittlere Städte müssen in der Zukunft das Ziel sein." Über seinen Führungsstil sagt Reppert: "Ich fühle mich als guter Chef, wenn ich mir treu geblieben bin. Wenn Menschen, die man beruflich lange kennt, sagen, dass man bodenständig geblieben ist."

Als Kind, erzählt Reppert, wollte er eigentlich Archäologe werden. "Ich habe mich sogar schon damals mit dem Carbon-14-Verfahren beschäftigt, mit dem man das Alter von Knochen bestimmt. Das fand ich sehr faszinierend." Bei Sommerferienjobs auf Tabakplantagen und Alkoholfabriken habe er außerdem Respekt vor der täglichen Leistung von Arbeitern gelernt. "Das waren Nine-to-five-Jobs, aber auch sehr repetitiv. Deswegen habe ich auch sehr großen Respekt für die Menschen, die so einen Job haben und dabei immer eine Topleistung abliefern." Schließlich studierte er aber doch Maschinenbau.

Er selbst, erzählt Reppert, der mit seiner Familie in Berlin wohnt, fahre gar nicht so oft Auto, auch wenn sein eigener Weg zur Arbeit grob acht Kilometer lang sei. "Ich fahre viel Fahrrad in Berlin. Da hat man auf dem Heimweg viel Zeit nachzudenken."