Rund 40 Prozent der Ausbildungsbetriebe in Deutschland haben bereits ausländische Azubis ausgebildet. In elf Prozent der Betriebe handelte es sich dabei ausschließlich um EU-Migranten. Bei 15 Prozent der Unternehmen waren die Herkunftsländer nur Drittstaaten wie etwa die Türkei oder Syrien.

Weitere 15 Prozent der Unternehmen gaben an, sowohl schon Lehrlinge aus anderen EU-Staaten wie auch aus Drittstaaten eingestellt zu haben. Zu diesem Schluss kommt die diesjährige Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die am kommenden Donnerstag veröffentlicht wird und über die die Welt am Sonntag vorab berichtet.

Die wichtigste Voraussetzung, um Azubis aus anderen Staaten einzustellen, seien gute Deutschkenntnisse: Mehr als 90 Prozent der ausbildenden Unternehmen gaben in der Umfrage an, dass Sprachkenntnisse notwendig für einen Ausbildungsabschuss seien, betonte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der DIHK, Achim Dercks, gegenüber der Welt am Sonntag

Im Jahr 2018 haben insgesamt 521.900 Personen einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Das meldete diese Woche das Statistische Bundesamt. 61.032 der neuen Auszubildenden waren Ausländer – mehr als doppelt so viele wie 2009. Im vergangenen Jahr fiel der Anstieg der Neuabschlüsse besonders bei Männern aus Syrien und Afghanistan hoch aus: 2018 schlossen sie 13.900 Ausbildungsverträge ab. 2017 waren es noch 10.000.

Viele brechen ab

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist laut dem Statistischen Bundesamt 2018 zwar insgesamt leicht gestiegen – um 1,2 Prozent. Doch in Deutschland fehlen immer noch viele Azubis. Im vergangenen Jahr blieben laut der Agentur für Arbeit 57.700 Ausbildungsstellen unbesetzt. Denn zum einen gab es weniger Schulabgänger als im Vorjahr. Zum anderen wollen immer mehr junge Menschen studieren.

Hinzu kommt: Auch Schulabgänger, die sich für eine Berufsausbildung entscheiden, machen sie oft nicht zu Ende. Etwa ein Viertel bricht die Lehre vorzeitig ab. Unter den Azubis aus anderen Ländern ist die Abbrecherquote besonders hoch. Laut dem Statistischen Bundesamt beenden 35 Prozent von ihnen ihre Ausbildung nicht.