Arbeit in Deutschland hat sich im Frühjahr so stark verteuert wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Kosten je Arbeitsstunde stiegen zwischen April und Juni binnen Jahresfrist um 3,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das entspricht genau dem Anstieg der Bruttoverdienste.

Zum Vorquartal legten die Arbeitskosten um 0,8 Prozent zu.

Die Arbeitskosten setzen sich aus Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten zusammen – also im Wesentlichen aus dem, was Arbeitgeber aufwenden müssen, um ihr Personal zu bezahlen. Die Statistik erfasst nur die Industrie und wirtschaftliche Dienstleistungen, nicht jedoch den öffentlichen Dienst und das Gesundheitswesen.

Für den Vergleich der EU-Staaten liegen bisher nur Daten aus dem ersten Quartal vor: Hier stiegen die Arbeitskosten im EU-Schnitt um 2,5 Prozent zum Vorjahr und damit so stark wie in Deutschland. Das absolute Niveau der Arbeitskosten liegt in Deutschland jedoch deutlich über dem Schnitt der EU von 26,60 Euro: Arbeitgeber mussten 2018 ein Drittel mehr aufwenden – 35 Euro. Nur in fünf EU-Ländern ist Arbeit noch teurer: Deutschland liegt im europäischen Vergleich auf Rang sechs.  

Die höchsten Steigerungsraten wiesen Rumänien (+13,7 Prozent), Bulgarien (+12,3 Prozent) und Ungarn (+11,0 Prozent) auf. In diesen Ländern ist das Niveau der Arbeitskosten weit unterdurchschnittlich. In Portugal (-0,3 Prozent) gab es einen Rückgang, in Frankreich stiegen die Arbeitskosten mit 2,8 Prozent stärker als in Deutschland.