Langeweile ist das eine, die kann man aushalten, auch im Job, wenn man sich zu engagieren oder gut zu beschäftigen weiß. Aber Unterforderung ist das andere. Die kann auf Dauer krank machen. Längst ist unsere Arbeit, die wir leisten, mehr als nur eine Erwerbstätigkeit. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich immer deutlicher der individuelle Anspruch herausgebildet, dass unsere Tätigkeit auch sinnstiftend sein soll, eine Art Selbstverwirklichung. So wird Arbeit immer mehr zum Teil unserer Identität. Doch laut der Gallup-Studie 2019, die jährlich 1.000 Beschäftigte in Deutschland zu ihrer Motivation am Arbeitslatz befragt, verrichten 69 Prozent nur noch Dienst nach Vorschrift und 16 Prozent haben innerlich schon gekündigt. Die Gründe für eine chronische Unterforderung sind vielfältig: zu viele Routinearbeiten, inhaltliche Unterforderung, zu wenig Verantwortung, Aufgaben ohne greifbare Ergebnisse oder das Gefühl, sinnlose Arbeiten zu verrichten.