Heike Makatsch sagt im Podcast: "Man erstickt nicht in guten Drehbüchern und es gibt Zeiten des Leerlaufs, die manchmal auch belastend sind." © [M] Foto: John MacDougall/​AFP/​Getty Images

"Ich möchte gerne herausgefordert werden! Ich möchte, dass der Regisseur mir etwas zutraut!", sagt die Schauspielerin Heike Makatsch im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. "Wenn ich das Gefühl habe, dass mich ein Regisseur besetzt, wie er mich schon gesehen hat, dann ist das langweilig." Deswegen habe sie auch die Rolle der TV-Moderatorin Lisa Wartburg in der aktuellen Udo-Jürgens-Musical-Verfilmung Ich war noch niemals in New York gereizt, erzählt die 48-Jährige im Podcast: "Ich singe sehr gerne, aber ich bin keine begnadete Sängerin. Ich tanze auch gerne. Aber das wusste ich schon über mich." Bei diesem Film habe sie aber etwas ganz anderes über sich selbst gelernt: "Ich habe erkannt: Ich liebe Comedy!"

Makatsch studierte nach dem Abitur ein paar Semester Politik und Soziologie, anschließend begann sie eine Ausbildung zur Schneiderin. Da war sie bereits Moderatorin beim Musiksender Viva. Ihre erste Filmrolle hatte sie mit 25 Jahren in dem Film Männerpension von Detlev Buck, für die sie gleich zwei Preise bekam. Im Podcast erzählt sie, dass sie allerdings eigentlich habe Journalistin werden wollen. "Ich dachte, damit könnte man die Welt vielleicht ein bisschen verbessern." Übrig geblieben von diesem ursprünglichen Berufswunsch sei, dass sie sich manchmal wünsche, "ich würde mehr intellektuell arbeiten, als ich das tue".

"Während eines Drehs geht man auch mit Fieber zur Arbeit. An so einem Tag würde ich mich nie hängen lassen."
Heike Makatsch, 48, Schauspielerin

Um sich auf einen Dreh vorzubereiten, arbeite sie immer sehr intensiv im Drehbuch: "Ich lese jedes Drehbuch sicher dreimal", erzählt Makatsch. "Ich schreibe mir immer die Subtexte auf: Was sagt meine Figur hier wirklich?" Außerdem suche sie alle Attribute, die der Figur zugeordnet sind, und entwickle so einen Steckbrief in Ich-Form für ihre Rolle. Und nicht nur das: "Ich denke mir die gesamte Vorgeschichte der Figuren aus, damit sie eine Herkunft hat."

So ehrgeizig sie mit sich selbst sei, so viel Respekt habe sie auch für Regisseure, die für ihre Ideen des Films kämpfen, und könne auch ertragen, wenn dadurch bei einem Dreh die Stimmung nicht optimal sei: "Harmonie im Team ist für mich relativ zweitrangig." Das passe ganz gut zu ihrer eigenen Arbeitsmoral: "Ich bin diszipliniert, selbstkritisch und verlange mir was ab", sagt Makatsch. Das beinhalte auch eine gewisse Härte gegen sich selbst. "Während eines Drehs geht man auch mit Fieber zur Arbeit. An so einem Tag würde ich mich nie hängen lassen." Und überhaupt sei die Arbeit für sie keine Belastung, im Gegenteil: "Manchmal finde ich drehen sehr viel entspannter als den Alltag mit der Familie."

Ab dem 17. Oktober ist Heike Makatsch neben Moritz Bleibtreu und Katharina Thalbach in dem Kinofilm "Ich war noch niemals in New York" von Philipp Stölzl zu sehen.