Digitalisierung und künstliche Intelligenz haben die Qualität der Arbeit für viele Beschäftigte eher verschlechtert als verbessert. Dies geht aus einer Umfrage der Gewerkschaft ver.di hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach leiden Arbeitnehmer vielfach unter einer höheren Arbeitsintensität und geringeren Handlungsspielräumen.

Zwei von drei Befragten in betroffenen Unternehmen fürchten, dass die Zahl der Arbeitsplätze durch den KI-Einsatz sinken werde. Zudem berichten 52 Prozent der Befragten von einer Zunahme der Arbeitsintensität. 42 Prozent der Befragten sehen häufigere Störungen der Arbeitsabläufe.

Jeder Zweite bemerkt zudem, dass das Arbeits- und Leistungsverhaltens der Beschäftigten zusehends transparenter wird. 60 Prozent sehen sich durch künstliche Intelligenz in ihren Handlungs- und Entscheidungsspielräumen eingeschränkt.

Ver.di-Vorstandsmitglied Christoph Schmitz forderte, dass bei der Einführung von KI-Projekten Betriebsräte frühzeitig einbezogen werden. "Digitalisierung und künstliche Intelligenz müssen so gestaltet werden, dass sie den Beschäftigten sowie dem Schutz und dem Ausbau der Arbeitnehmerrechte dienen."

Gesammelt wurden die Daten im sogenannten Innovationsbarometer – Künstliche Intelligenz, das von der Gewerkschaft alle zwei Jahre vorgelegt wird. Befragt wurden diesmal 990 ver.di-Vertreter in Aufsichtsräten, Betriebs- und Personalräten. Die Umfrage wurde im Mai und Juni 2019 durchgeführt.