Erstmals seit sechs Jahren ist die Arbeitslosigkeit im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Grund dafür ist die schwache Konjunktur. Im letzten Monat des Jahres 2019 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen auf 2,227 Millionen. Das waren 47.000 mehr als im November und 18.000 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozent auf 4,9 Prozent.

"Der Arbeitsmarkt hat sich auch zum Jahresende weitestgehend stabil gezeigt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. "Spuren der konjunkturellen Schwäche sind aber erkennbar."

Einen solchen Anstieg in der Arbeitslosigkeit gab es zuletzt während der Finanzkrise

Saisonbereinigt stieg der Zahl der Arbeitslosen im Dezember im Vergleich zum November um 8.000. Das führten die Experten überwiegend auf die wirtschaftliche Eintrübung zurück. Das letzte Mal hatte sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat 2013 während der Finanzkrise erhöht.

Fachkräftemangel - Zahl der Arbeitslosen auf 2,2 Millionen gestiegen Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte Ende 2019 eine konjunkturelle Schwächephase. Eine große Herausforderung sehen Experten im bundesweiten Fachkräftemangel. © Foto: Reuters TV

Im November war die Zahl der Arbeitslosen mit 2,180 Millionen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Das waren 6.000 weniger als vor einem Jahr. Dieser Rückgang war teilweise darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen gesunken war. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent.

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften gibt weiterhin deutlich nach. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit, der auf aktuellen und tatsächlichen Stellengesuchen von Unternehmen beruht, sinkt seit März 2018 kontinuierlich. So auch im Dezember 2019: Im Vergleich zum Vormonat ging der sogenannte BA-X um 5 auf 223 Punkte zurück. Das ist ein Minus von 31 Punkten im Vergleich zum Vorjahresmonat.