Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten mit einem ohne Sachgrund befristeten Vertrag. Das zeigt eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach ist die Zahl solcher Beschäftigungen allein von 2017 auf 2018 um mehr als 200.000 gestiegen.

Zwischen 2001 und 2018 habe sich die Zahl mehr als verdreifacht – von 550.000 auf 1,8 Millionen Menschen, heißt es. Im selben Zeitraum sei zudem der Anteil dieser Jobs an allen Arbeitsverhältnissen von 1,7 auf 4,8 Prozent gestiegen. Der Auswertung zufolge waren im Jahr 2018 insgesamt 3,2 Millionen Jobs in Deutschland befristet, fast doppelt so viele wie 2001.

Für den Bericht wurden Daten aus dem Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet.

"Befristete Beschäftigungen stellen für die zumeist jungen Betroffenen ein Problem dar, weil sie oftmals mit Einkommensarmut, Einschränkungen hinsichtlich der sozialen Teilhabe und der Familiengründung verbunden sind", sagten die Forscher des WSI.

Gerade in Zeiten der Coronavirus-Pandemie werde es für Arbeiter mit befristeten Verträgen besonders schwer: "Da wir jetzt in der kommenden Zeit voraussichtlich auch mit Problemen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben werden, wird es befristet Beschäftigte besonders treffen", teilte ein Datenmanager des WSI mit. Diese würden in Krisenzeiten nämlich mit als Erste entlassen.