1. Kommunizieren Sie mehr als sonst

Im Büro kann man sich mal eben etwas zurufen: "Denk daran, dem Kunden noch Bescheid zu geben!" Eine freundliche Erinnerung, eine strenge Warnung? Der Blick verrät, wie die Kollegin das meint. Im Homeoffice funktioniert das nicht mehr. Deshalb ist gute Kommunikation das Wichtigste, wenn Teams remote, also räumlich getrennt, arbeiten: Sie müssen mit ihren Kolleginnen und Kollegen in engem Austausch stehen. Unternehmen nutzen dafür Kommunikationstools wie Slack, ein Chatprogramm mit Videofunktion für Telefonate, Anbieter wie Starleaf oder Zoom ermöglichen größere Videokonferenzen aus dem Homeoffice. Um das Team zusammenzuhalten, macht es Sinn, sich zu einer festen Zeit einmal am Tag oder einmal pro Woche in der Gruppe zu sehen und den Stand der Arbeit zu besprechen.

Führungskräfte sollten darüber hinaus ab und an mit jedem ihrer Teammitglieder einzeln zum Videotelefonat treffen und besprechen, wie es läuft. So bekommen sie mit, wer sich mit dem Homeoffice schwertut und Unterstützung braucht. Im Zweifel gilt: Kommunizieren Sie lieber zu viel als zu wenig. Ist etwas unklar, rufen Sie den Kollegen kurz an, um Missverständnisse schnell aus dem Weg zu räumen. Außerdem sollten Teams ein paar Fragen klären: Wie schnell muss man auf eine Nachricht reagieren? Ist es in Ordnung, mittags die Wäsche zu machen oder nachmittags eine Runde um den Block zu gehen, solange man die Aufgabe erledigt und sich am Abend noch mal an den Schreibtisch setzt? Und wie macht man sich in der Videokonferenz mit 20 Kollegen bemerkbar? Ein paar weitere Homeoffice-Regelungen helfen dabei, besser miteinander zu arbeiten.

2. Seien Sie transparent

Im Großraumbüro herrscht naturgemäß maximale Transparenz. Wenn der Kollege Mittagessen gegangen ist, sieht man das. Wenn er telefoniert, hört man das. Wenn er gerade nicht angesprochen werden möchte, zieht er sich die Kopfhörer über die Ohren.
Wenn aber alle zu Hause vor dem eigenen Laptop sitzen (oder eben nicht), ist nicht so eindeutig, was die Kolleginnen und Kollegen eigentlich tun. Alle Teammitglieder sollten morgens einchecken, also kurz der Runde mitteilen: Bin da. Wer in die Pause geht, sollte Bescheid sagen, und sich danach wieder zurückmelden. Abends hilft ein Checkout, die Nachricht: Bin raus für heute. Im Chatprogramm Slack etwa kann man per Emoji ganz einfach mitteilen, womit man gerade beschäftigt ist oder ob man erreichbar sein möchte. Ein rotes Kreuz kann heißen: Bitte nicht stören. Der Spaghetti-Teller: Ich bin mal eben Mittagessen. Ein Telefon: Gerade im Gespräch. Diese kleinen Zeichen der Transparenz sind ein gutes Mittel, um Missverständnisse und Misstrauen aus dem Weg zu räumen.

3. Helfen Sie sich selbst

Wo hatten wir gleich diese Excel-Tabelle abgelegt? Wie melde ich mich für den VPN-Client an? Im Büro fragt man kurz seine Sitznachbarin und kann weiterarbeiten. Im Homeoffice geht das nicht. Da ist niemand. Also ist Selbstständigkeit gefragt. Einige technische Probleme kann man googeln und muss nicht gleich einen Hilfeaufruf auf Slack starten. Antworten auf hausinterne Fragen findet man meist in Handbüchern, die jedes Büro haben sollte.

"Wir haben uns angewöhnt, alles extrem gut zu dokumentieren", sagt auch Katharina Borchert, die als Chief Open Innovation Officer bei Mozilla ein Team leitet, das über die ganze Welt verteilt arbeitet. Eine gründliche Dokumentation sei die wichtigste Stütze der ortsunabhängigen Arbeit. Nur so können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch über verschiedene Zeitzonen hinweg nachverfolgen, welche Entscheidungen wo und wann getroffen wurden. Und nur wenn alle Informationen irgendwo aufgeschrieben sind, können Sie sich auch dann selbst helfen, wenn die Kollegen am anderen Ende der Welt womöglich schon schlafen.

4. Treffen Sie Ihre Kollegen

Menschen, die immer von zu Hause aus arbeiten, fühlen sich leicht isoliert. So lautet einer der häufigsten Kritikpunkte an der Arbeit ohne gemeinsames Büro. Und es stimmt, Studien zeigen, dass Heimarbeiter häufiger unter Einsamkeit und Erschöpfung leiden. "Soziale Kontakte sind eine wichtige Ressource, um mit Arbeitsanforderungen zu bewältigen", sagt die Direktorin für Arbeitsmedizin Monika Rieger in einem Interview mit der ZEIT.