Die Bordelle sind deutschlandweit seit Mitte März geschlossen. Für Sexarbeiterinnen ist das existenzbedrohend, Studentinnen und Migrantinnen haben kein Anrecht auf Grundsicherung. Der Berufsverband der Sexdienstleisterinnen BesD e.V. hat deshalb einen Notfallfond eingerichtet, in dem er Geld für diese Frauen sammelt. Hier erzählen drei Sexarbeiterinnen, wie schwer es ist, finanzielle Hilfe zu bekommen, und ob es für sie infrage kommt, illegal zu arbeiten.
Marta da Silva*
, 65 Jahre alt, arbeitet in einem Bordell in Kiel
Vor zehn Jahren bin ich aus der Karibik nach Deutschland gekommen, seitdem arbeite ich offiziell als Prostituierte. Bis zur Corona-Krise habe ich in einem Laufhaus auf Kunden gewartet, drei bis vier Tage die Woche. Die meisten Kunden sind verheiratet und in einem bestimmten Alter, sie kamen ohne anzurufen vorbei. Wenn ich beschäftigt war, liefen sie noch ein wenig durchs Bordell, bis ich Zeit hatte. Es hat mehrere Etagen, da gab es viel zu gucken.