Vage war die Idee schon über Jahre da. Nach einem aufschlussreichen Date entschied Hannah Hellwig* sich, es wirklich mit Sexarbeit zu probieren. Zunächst aber besprach sie sich mit ihren Eltern.

ZEIT ONLINE: Sie sind gelernte Versicherungskauffrau, haben außerdem ein Studium in dem Bereich und viele Jahre in der Branche gearbeitet. Mit Anfang 40, während ihrer Elternzeit, entschieden Sie, sich als Domina selbstständig zu machen. Wie kam es dazu?

Baroness Babalon: Ich hatte viele Jahre darüber nachgedacht, aber mich lange nicht getraut. Mein bisheriger Job war mir sicher, ich kannte ihn gut. Doch ich bin alleinerziehend – dass ich nach meiner Elternzeit wieder in Vollzeit in die Versicherungsbranche einsteige, war schon aus zeitlichen Gründen keine Option. Und ich hatte mehr und mehr moralische Zweifel bei dem, was ich tat. Ich verkaufte Versprechen, war für deren Einlösen allerdings in letzter Konsequenz nicht selbst verantwortlich. Schwerer wog jedoch die Art und Weise, wie in der Branche großteils verkauft wird: Gerade im Außendienst und Vertrieb führen die strukturellen Gegebenheiten nicht gerade zu einem wertschätzenden Umgang mit Kunden und Mitarbeitenden.