"Wow, ein De Lorean!" Marty McFly alias Michael J. Fox konnte sein Glück in dem Film Zurück in die Zukunft kaum fassen. Das war in den frühen achtziger Jahren. Der exotische Sportwagen mit Flügeltüren und charakteristisch silbern schimmernder Haut begeisterte nicht nur den Filmhelden und Schauspieler, auch viele andere Sportwagenfans waren von dem Film-Modell mit den vielen Extras hin und weg. Zu der Sonderausstattung gehörte der Flux-Kompensator, der dem Besitzer Reisen in Zukunft und Vergangenheit ermöglichte, auch wenn die Technik etwas störungsanfällig war.

Den echten De Lorean DMC-12 machte der Film zur Legende. Auch wenn er schon gar nicht mehr produziert wurde, als McFlys Abenteuer in die Kinos kamen. Vorausgegangen war eine Pleite des Herstellers, die selbst schon einen guten Filmstoff ergeben hätte, mit einem missglückten Kokaindeal zur Firmenrettung als Höhepunkt. Aber dazu später mehr.

Lange Jahre mussten die Fahrer der wenigen gebauten De Loreans nach der Pleite vor allem leidensfähig sein: Viele Ersatzteile waren schwer zu bekommen, kaum jemand kannte sich mit der Technik aus. Die Lage verbesserte sich, als vor zwei Jahren ein texanischer Investor die Namensrechte an der Marke übernahm. Seither kümmern sich die neuen Macher mit einer kleinen Firma um Reparaturen sowie Ersatzteilbeschaffung. Selbst ein paar neue DMC-12 entstanden seither auf Kundenwunsch.

Jetzt plant das neue De Lorean-Team den nächsten Schritt: Für 2011 hat die Firma ein neues Modell angekündigt. Kein Retromobil mit altem Look und alter Technik, sondern einen Sportwagen auf dem Stand der Gegenwart, ein De Lorean, wie ihn auch die originale Marke heute vielleicht bauen würde.

Die Basis soll den De-Lorean-Machern dabei das Ende eines anderen Herstellers liefern: Für das kommende Jahr hat General Motors bereits angekündigt, die Marke Pontiac auslaufen zu lassen. Und unter den Modellen, die vom Ende betroffen sind, befindet sich auch ein kleiner Renner: Der Pontiac Solstice, auf dessen Bodengruppe auch der Opel GT aufgebaut wurde.

Bisher zeigen erst einige Computergrafiken, wie das neue Modell aussehen könnte: eine Art De-Loreanisierter Pontiac, im Gegensatz zum Original eher rundlich als kantig und, ebenfalls im Gegensatz zum alten DMC-12, wahlweise auch als Roadster erhältlich. Ob aus den Plänen Wirklichkeit wird, wird man abwarten müssen. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Pontiac-Modellen hat der Solstice aber zumindest Fans und wird für sein Fahrverhalten gelobt.

Schon der De Lorean DMC-12 hatte als Blech gewordener Traum begonnen. Geträumt hatte ihn John De Lorean, langjähriger Topmanager bei General Motors. Das Auto, das daraus entstand, war in vieler Hinsicht Avantgarde. Es hatte Flügeltüren und eine Karosserie aus rostfreiem, gebürstetem Edelstahl, der dem De Lorean einen einzigartigen Look verlieh.