ZEIT ONLINE: Herr Ehlers, wagen Sie einen Tipp, wie wir in Zukunft Auto fahren werden? Wird alles elektrisch sein?

Claus Ehlers: Wir alle konzentrieren uns zu stark auf die eine Lösung. Davon müssen wir uns lösen. Es wird eine Vielfalt von interessanten Antriebsvarianten für die unterschiedlichen Nutzungsprofile geben. Welche sich letztlich durchsetzen wird, hängt von vielen Rahmenbedingungen ab, die wir heute zum Teil noch gar nicht einschätzen können und letztlich auch vom Kunden.

ZEIT ONLINE: Was sind das für Rahmenbedingungen?

Ehlers: Um nur ein Beispiel zu nennen: Es kommt darauf an, welchen Zugang zu Rohstoffen wir künftig noch haben werden. Auch in alternativen Antrieben stecken Spezialrohstoffe, die es teilweise nur in politisch instabilen Regionen gibt. Auch solche Faktoren spielen im Antriebsmix der Zukunft eine wichtige Rolle.

ZEIT ONLINE: Wir müssen uns mehrere Optionen offen halten?

Frank Ruff: Definitiv, deshalb arbeiten wir an allen aus unserer Sicht relevanten Antriebstechnologien. Uns geht es zunächst einmal darum, die modernen Verbrennungsmotoren kontinuierlich noch effizienter und sauberer zu machen. Denn der Verbrennungsmotor ist und bleibt bis auf weiteres das Rückgrat der individuellen Mobilität. Die Elektrifizierung gewinnt aber zunehmend an Bedeutung. Hybrid- und Elektrofahrzeuge – ob mit Batterie oder Brennstoffzelle – werden künftig ebenfalls einen wesentlichen Baustein für nachhaltige Mobilität sein. Hier gilt es aber noch ein paar offene Fragen zu klären. Ziel muss es sein, alltagstaugliche und zuverlässige Elektrofahrzeuge zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Mit dem Produktionsstart unseres smart electric drive, zunächst in kleineren Stückzahlen, haben wir hier einen weiteren Meilenstein erreicht.