Ein dumpfes, rundes Ploppen soll es sein, wenn die Tür ins Schloss fällt. Eigentlich nicht so kompliziert. Aber das Geräusch bereitet Sounddesignern viel Kopfzerbrechen. Denn Plopp ist nicht gleich Plopp: Während mit dem Motorsound vor allem Emotionen transportiert werden sollen, soll bei den Türen eine andere Botschaft an den Kunden gesendet werden: Hier bist du sicher.

Dr. Bernhard Pfäfflin ist Leiter der Abteilung für Akustik- und Schwingungstechnik im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach. Er erklärt: "Den Motor startet man gerne auch einfach mal, weil einem das Geräusch gefällt. Das ist bei den Türen nicht so. Hier sollen keine Emotionen, sondern ein Gefühl von Sicherheit und Qualität übermittelt werden. Wenn es klappert und hell klingt, dann wirkt das minderwertig. Das muss ein ganz zartes, dumpfes und einmaliges Geräusch sein", erklärt der Sounddesigner.

Doch wie kommt das richtige Ploppen zustande? Zunächst wird überlegt, wie ein guter Sound zu klingen hat. Dann wird über die technischen Umsetzungsmöglichkeiten nachgedacht. In Sachen Türen macht es bei Porsche die Kombination aus Schließbügel und Antivibrationsfolie. Die gewünschte Klangfarbe wird über den im Schloss enthaltenen Haken erzeugt, der sich in einen Bügel klinkt. Zusammen mit den Türdichtungen entsteht so das gewünschte Geräusch.

Allerdings: Hat der Haken auch nur den geringsten Spielraum, schwingt die Tür nach, klappert es. Da hilft auch die Dämpfungsfolie im Inneren nicht, die dafür sorgt, dass die große Blechfläche der Tür nicht wie eine Membran nachschwingt und so unerwünschten Krach erzeugt. Nur wenn alles passt, wird der typische Ton erzeugt, der den Kunden Dinge denken lässt wie: "Da ist noch eine Stahlstrebe drin, die mich beim Seitenaufprall schützt."

Beim Blinker wiederum geht es nur um Wohlklang an sich: "Das Blinkergeräusch ist ein klassisches Geräusch, das heute auf elektronischem Wege künstlich erzeugt wird", erklärt Pfäfflin. Die meisten modernen Blinker versuchen, das Klicken der Relais der fünfziger und sechziger Jahre nachzuahmen. "Theoretisch könnte man auch jedes andere Geräusch einspielen. Es darf aber nicht künstlich klingen", beschreibt Pfäfflin.

Angefangen hat das Sounddesign im Automobilbereich vor mehr als 40 Jahren. Man wollte damals Motoren im Innenraum besser klingen lassen. Heute wird im Automobilbau beinahe jedes Geräusch konstruiert. Das fängt beim Tankdeckel an und hört beim Motor auf. Mittlerweile entfallen fast fünf Prozent der Entwicklungskosten eines Autos auf den Bereich Sounddesign. Tendenz steigend.