Zu der Befragung vor dem US-Kongress zu der Toyota-Pannenserie wollte Toyota-Chef Akio Toyoda einen Vertreter schicken: Durch Druck aus Washington wird er nun doch am 24. Februar persönlich vor dem Ausschuss erscheinen, um Rede und Antwort zu den Fehlern in seinem Unternehmen zu stehen. Er wollte direkt zum Kongress und zu den amerikanischen Bürgern sprechen, sagte Toyoda am späten Donnerstag.

Der Ausschussvorsitzende Edolphus Towns und sein republikanischer Kollege Darrell Issa begrüßten Toyodas Zusage. "Wir denken, dass seine Aussage nützlich sein wird, um die von Toyota unternommenen Schritte für die Sicherheit der amerikanischen Autofahrer zu verstehen", erklärten die beiden Abgeordneten gemeinsam.

Zuvor war bekannt geworden, dass die US-Behörde für Verkehrssicherheit ein weiteres Prüfverfahren gegen Toyota eingeleitet hatte. Betroffen sind demnach rund eine halbe Million Wagen des Modells Corolla aus den Jahren 2009 und 2010, für das Toyota einen Rückruf prüft. Nach Angaben des Autoherstellers beklagten einige Corolla-Fahrer einen Widerstand beim Lenken. Der Corolla ist das weltweit meist verkaufte Auto.

Die US-Behörde ermittelt bereits wegen möglicher Versäumnisse von Toyota bei Technikproblemen mit dem Gas- und Bremspedal. Es geht um die Frage, ob Toyota die Rückrufaktionen rechtzeitig gestartet oder aber verschleppt hat. Der frühere Toyota-Anwalt Dimitrios Biller hatte dem Konzern öffentlich vorgeworfen, Beweise für technische Mängel an Toyota-Modellen vertuscht und zerstört zu haben. Biller soll auch vor dem Kongressausschuss aussagen.

Toyota hatte in den vergangenen Wochen weltweit fast neun Millionen Autos zurückrufen müssen. Das Image des Konzerns als Hersteller sicherer Autos litt durch die Pannenserie besonders in den USA schwer, wo der Konzern wegen gesunkener Verkaufszahlen bereits seine Produktion drosselte.

Auch der japanische Autohersteller Isuzu, der Toyota teilweise gehört, muss Tausende Lastwagen zurückrufen. Bei knapp 4300 Lkw mit Erdgasantrieb bestehe die Gefahr, dass Erdgas austrete, in die Fahrerkabine gelange und sich dort entzünde, teilte das japanische Verkehrsministerium am Donnerstag mit.

In Deutschland schließt Toyota nicht aus, mit Preisnachlässen gegen die anhaltende Kundenflucht zu kämpfen. "Höhere Anreize sind eine Möglichkeit", sagte Deutschlandchef Alain Uyttenhoven der Financial Times Deutschland. An regelrechten Rabattschlachten wolle er sich aber nicht beteiligen, stellte er bei der Vorstellung des neuen Toyota Auris in Barcelona klar.